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Perplexica: KI-Tool Test & Bewertung

3.5
Produktivität Kostenlos Software kostenlos unter MIT-Lizenz, Kosten entstehen für Server und das gewählte Sprachmodell Self-Hosted Open Source

Perplexica ist eine selbst gehostete KI-Suchmaschine, die eine Frage über die mitgelieferte Meta-Suchmaschine SearXNG recherchiert und aus den Treffern eine Antwort mit Quellenangaben schreibt. Das Sprachmodell wählen Sie selbst, entweder ein lokales Modell im eigenen Netz oder eines über die Schnittstelle von OpenAI, Anthropic, Google und Groq. Ein einziger Docker-Befehl startet das Programm samt Suchmaschine.

Zuletzt aktualisiert: 4. August 2026

Perplexity.ai hat die KI-Suche bekannt gemacht, bei der auf eine Frage eine ausformulierte Antwort mit Quellenangaben folgt statt einer Trefferliste. Perplexica baut dieses Prinzip auf eigener Hardware nach. Das Projekt hat auf GitHub über 35.000 Sterne, die aktuelle Version v1.12.2 stammt vom 10.04.2026. Am 09.03.2026 hat der Entwickler ItzCrazyKns das Projekt in Vane umbenannt, das Repository liegt seither unter ItzCrazyKns/Vane und die alte Adresse leitet dorthin weiter. In Anleitungen und Vorlagen stehen beide Namen nebeneinander, deshalb führen wir den Eintrag weiter unter Perplexica.

Wichtigste Funktionen

  • Suchmaschine schon eingebaut: Das Docker-Image enthält SearXNG und bringt die Adresse der eigenen Instanz bereits mit. SearXNG fragt Google, Bing, DuckDuckGo und weitere Dienste ab, ohne dass ein Konto oder ein Schlüssel bei einem Suchanbieter nötig wird.
  • Frei wählbares Sprachmodell: Lokal arbeitet Perplexica mit Ollama, LM Studio und dem AMD-Modellserver Lemonade, über eine Schnittstelle mit OpenAI, Anthropic, Google und Groq. Das Einbettungsmodell, das Text für den Ähnlichkeitsvergleich in Zahlenreihen umrechnet, ist ab Werk eingerichtet und rechnet im Server selbst.
  • Drei Suchtiefen: Speed, Balanced und Quality legen fest, wie oft das Programm sucht, Trefferseiten ausliest und auswertet. Quality lädt Trefferseiten seit v1.12.2 über einen mitgelieferten Chromium-Browser vollständig und wählt die Fundstellen vor, damit das Modell nicht mehr Text bekommt, als es auf einmal verarbeiten kann.
  • Quellenauswahl je Anfrage: Für jede Frage entscheiden Sie, ob Perplexica das offene Web, wissenschaftliche Aufsätze oder Forendiskussionen durchsucht. Die früheren Sondermodi für YouTube, Reddit und Wolfram Alpha sind mit dieser Umstellung entfallen.
  • Karten für Wetter, Rechnen und Aktien: Erkennt das Modell eine passende Frage, blendet Perplexica eine kleine Ergebniskarte ein. Die Aktienkarte holt ihre Zahlen bei Yahoo Finance, die Wetterkarte bei Open-Meteo.
  • Dokumente und Verlauf: PDF-, Word- und Textdateien laden Sie direkt hoch, das Programm zerlegt sie und zieht die passenden Abschnitte in die Antwort. Jede Suche landet in einer Datenbankdatei (SQLite) auf dem Server und bleibt abrufbar.

Preise und Tarife

Perplexica steht unter der MIT-Lizenz und kostet nichts, auch geschäftlich. Kosten macht die Umgebung darum herum. Das Docker-Image bringt neben dem Programm die Suchmaschine SearXNG und einen Chromium-Browser mit, dafür braucht es einen Server mit genügend Arbeitsspeicher und Plattenplatz. Läuft das Sprachmodell lokal, kommt die Hardware dazu, in aller Regel eine Grafikkarte mit ausreichend Speicher.

Wer stattdessen eine Schnittstelle bucht, zahlt nach Tokens, also nach verarbeiteter Textmenge, und die Rechnung steigt mit der gewählten Suchtiefe, weil die Quality-Stufe mehrere Modellaufrufe je Frage macht. Das Einbettungsmodell rechnet im Server mit und kostet nichts extra. Die fertige Cloud-Fassung Perplexity Pro liegt zum Vergleich bei 17,20 Euro im Monat (20 USD). Dieser Monatspreis ist ein Nettobetrag, die Umsatzsteuer rechnen Sie noch dazu.

Für wen ist Perplexica geeignet?

  • IT-Abteilungen mit vorhandenem Modellserver: Wer lokale Modelle bereits im eigenen Netz betreibt, hängt Perplexica daran und bekommt eine Recherche-Oberfläche für das Modell, das ohnehin läuft.
  • Teams, die ohne Konto bei einem Suchanbieter recherchieren wollen: Die mitgelieferte SearXNG-Instanz fragt die großen Suchmaschinen ab, ohne dass sich jemand dort anmeldet. Vor den Einsatz im Firmennetz gehört allerdings eine Benutzeranmeldung, denn das Programm bringt keine mit.
  • Entwickler und technisch Interessierte: Der Quelltext zeigt in überschaubarer Form, wie eine KI-Suche arbeitet, vom Einordnen der Frage über die Suchrunden bis zur Antwort mit Quellen. Die Suche steht auch als Schnittstelle für eigene Anwendungen bereit.

DSGVO und Datenschutz

Perplexica läuft auf Ihrem Server, und hinter dem Projekt steht kein Unternehmen, mit dem ein Auftragsverarbeitungsvertrag zu schließen wäre. Im Quelltext von Version 1.12.2 findet sich weder Telemetrie noch eine Aktualisierungsprüfung. Die mitgelieferte Konfiguration trägt keinen Modellanbieter ein, und die Websuche zeigt ab Werk auf die SearXNG-Instanz im selben Container. So weit ist die Lage gut.

Eine Benutzeranmeldung hat das Programm nicht, der Entwickler führt sie in der README unter den geplanten Funktionen. Die Schnittstelle /api/config gibt die vollständige Konfiguration heraus, einschließlich der gespeicherten API-Schlüssel im Klartext, und der empfohlene Startbefehl gibt Port 3000 nach außen frei. Wer der Anleitung folgt und den Rechner im Firmennetz erreichbar macht, stellt damit Suchverlauf, hochgeladene Dokumente und Zugangsschlüssel für jeden bereit, der die Adresse kennt.

Dazu kommen Außenverbindungen, die niemand einrichtet. Zu jeder Antwort lädt der Browser für jede gefundene Quelle ein Symbolbild bei s2.googleusercontent.com, also bei Google, samt der Adresse der Fundstelle. Einen Schalter dafür gibt es nicht. Die Wetterkarte auf der Startseite ist ab Werk eingeschaltet und holt beim ersten Aufruf eine Standortnäherung über die IP-Adresse beim Dienst freeipapi.com, bei erteilter Standortfreigabe gehen die genauen Koordinaten an BigDataCloud.

Beim Modell selbst ist ab Werk nichts eingetragen, im Einrichtungsassistenten steht im Auswahlfeld aber OpenAI vorne, mit der Adresse api.openai.com/v1 im Feld darunter. Ollama, LM Studio und Lemonade stehen daneben und sind in der README mit eigenen Abschnitten beschrieben, der erste Klick führt trotzdem zum US-Anbieter.

Ein rein lokaler Aufbau ist machbar, verlangt aber eine vorgeschaltete Benutzeranmeldung, eine Firewall, die die genannten Adressen sperrt, und abgeschaltete Karten-Funktionen. Für einen abgeschotteten Testaufbau ist Perplexica brauchbar, für den Regelbetrieb mit personenbezogenen Daten in der ausgelieferten Form nicht.

Alternativen zu Perplexica

  • Perplexity: Die fertige Cloud-Fassung ohne eigenen Server. Kostenlos nutzbar, Pro für 17,20 Euro im Monat (20 USD). Einen Selbstbetrieb gibt es nicht, die Verarbeitung läuft auf US-Servern.
  • SearXNG: Reicht, wenn Sie nur die Websuche ohne Nachverfolgung brauchen und auf die ausformulierte Antwort verzichten können. Die Einrichtung geht schneller, und ohne Sprachmodell entstehen keine Kosten je Anfrage.
  • Open WebUI: Chat-Oberfläche für lokale Modelle, die ebenfalls SearXNG als Suche einbinden kann. Bringt eine Nutzer- und Rechteverwaltung mit, die Perplexica fehlt.

Vorteile

  • SearXNG steckt im Docker-Image, ein Befehl startet Suche und Oberfläche zusammen
  • Sprachmodell frei wählbar, lokale Modelle im eigenen Netz eingeschlossen
  • Einbettungsmodell rechnet ab Werk im Server selbst, ohne externen Dienst
  • Weder Telemetrie noch Aktualisierungsprüfung im Quelltext
  • MIT-Lizenz ohne Einschränkung für den geschäftlichen Einsatz

Nachteile

  • Keine Benutzeranmeldung eingebaut, die Konfigurationsschnittstelle gibt gespeicherte API-Schlüssel im Klartext heraus
  • Symbolbilder der Trefferliste lädt der Browser bei Google, ohne Möglichkeit zum Abschalten
  • Wetterkarte der Startseite fragt ab Werk eine Standortnäherung bei einem US-Dienst ab
  • Seit dem 11.04.2026 kein neuer Code bei 227 offenen Meldungen und 112 offenen Änderungsvorschlägen
  • Antwortqualität hängt am gewählten Sprachmodell

Anwendungsgebiete

KI-Suche mit Quellenangaben im eigenen Netz betreibenWebrecherche ohne Konto bei einem SuchanbieterInternes Recherchewerkzeug für Teams