Produktivität
LanguageTool im Test
LanguageTool prüft Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Stil in über 30 Sprachen. Der Prüfkern ist quelloffen unter LGPL-2.1 und läuft auf eurer eigenen Hardware, die erweiterten Prüfungen und die KI-Umformulierung gibt es dagegen nur im Bezahldienst. Hinter dem Bezahldienst steht die Learneo, Inc. aus Delaware, die deutsche Tochter LanguageTooler GmbH sitzt in Hamburg.
Stand 4. August 2026
| Preismodell | Freemium, Web-Editor kostenlos / Premium 50,33 € netto im Jahr (59,89 € brutto) / Teams 56,90 € je Nutzer und Jahr / Prüfserver selbst betreiben kostenlos |
|---|---|
| Betriebsort | beides möglich |
| DSGVO | im Einzelfall zu prüfen |
| Quelloffen | ja, LGPL-2.1 |
Seit Januar 2026 arbeitet die Browser-Erweiterung von LanguageTool nur noch mit einem Premium-Abo, nachdem sie jahrelang in jedem Textfeld kostenlos mitgelaufen war. Kostenlos prüft weiterhin der Web-Editor auf languagetool.org, und wer die Erweiterung behalten will, hängt sie an einen selbst betriebenen Prüfserver. An der Prüfqualität ändert der Umbau nichts. Bei deutschen Texten mit ihrer Kommasetzung, der Getrennt- und Zusammenschreibung und den Kongruenzregeln findet LanguageTool nach wie vor deutlich mehr Fehler als die eingebauten Prüfungen von Word und Google Docs.
Wichtigste Funktionen
- Grammatik- und Rechtschreibprüfung: Der freie Prüfkern deckt Rechtschreibung, einfache Kommasetzung und offensichtliche Grammatikfehler ab. Premium schaltet nach Angaben des Anbieters über 20.000 zusätzliche Prüfungen für Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Portugiesisch und Niederländisch frei, darunter komplexere Kommafehler und falsche Satzstellungen.
- KI-Umformulierung: Markierte Sätze schreibt LanguageTool formeller, flüssiger oder kürzer um. Der kostenlose Tarif erlaubt 3 Umformulierungen am Tag, Premium nimmt diese Beschränkung weg. Laut Auftragsverarbeitungsvertrag übernehmen das OpenAI in San Francisco und Aleph Alpha in Heidelberg.
- Styleguide und gemeinsames Wörterbuch: Im Team-Tarif legt ihr fest, welche Begriffe und Schreibweisen im Unternehmen gelten, etwa Produktnamen oder Fachvokabular. Alle Mitglieder bekommen dieselben Korrekturvorschläge.
- Add-ins für Office und E-Mail: Erweiterungen für Microsoft Word, Google Docs, Apple Pages und LibreOffice prüfen direkt im Dokument, dazu kommen Add-ins für Gmail, Outlook, Apple Mail und Thunderbird. Für Windows, macOS und iOS gibt es den Editor zusätzlich als eigene App.
- Eigener Prüfserver: Der Kern von LanguageTool liegt unter LGPL-2.1 auf GitHub (über 14.000 Sterne) und läuft als Java-Dienst im eigenen Rechenzentrum. Version 6.8 erschien am 05.05.2026, der jüngste Commit stammt vom 02.08.2026. Die Browser-Erweiterung kannst du auf diesen Server umbiegen, die Premium-Regeln und die KI-Funktionen fehlen dort allerdings.
Preise und Tarife
Der kostenlose Tarif prüft bis zu 2.000 Zeichen pro Textfeld und erlaubt 3 KI-Umformulierungen am Tag. Die Browser-Erweiterung gehört seit Januar 2026 nicht mehr dazu. Premium hebt die Grenze auf 150.000 Zeichen und kostet im Abrechnungssystem des Anbieters 16,72 Euro im Monat, 33,53 Euro im Quartal, 50,33 Euro im Jahr oder 83,95 Euro für 2 Jahre. Für Teams ab 2 Zugängen nennt LanguageTool 56,90 Euro brutto pro Nutzer und Jahr, dafür kommen die Zugangsverwaltung und ein gemeinsames Wörterbuch samt Styleguide dazu.
Wer den quelloffenen Prüfserver selbst betreibt, zahlt an LanguageTool nichts und braucht nur eine Maschine mit Java 17, verzichtet dafür aber auf die Premium-Regeln und die KI-Umformulierung. Die Preisseite wirbt mit den Bruttobeträgen von 19,90 Euro im Monat und 59,89 Euro im Jahr, Geschäftskunden können dort ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eintragen. Die Einzelplatz-Preise oben nennen wir dagegen netto, so wie sie im Abrechnungssystem stehen, die Umsatzsteuer kommt an der Kasse hinzu.
Für wen ist LanguageTool geeignet?
- Unternehmen mit hohem Schreibaufkommen: Wer täglich Angebote und Kundenmails schreibt, spart mit den Add-ins für Word, Outlook und Google Docs den Umweg über ein zweites Fenster. Seit die Browser-Erweiterung ein Abo voraussetzt, ist das allerdings eine Kostenfrage für jeden einzelnen Arbeitsplatz.
- Redaktionen und Marketing-Teams: Das gemeinsame Wörterbuch und der Styleguide halten Produktnamen und Fachbegriffe über alle Autoren hinweg gleich. Im Blog und in den sozialen Netzwerken läuft genau das sonst schnell auseinander.
- IT-Abteilungen mit eigenem Server: Mit dem quelloffenen Prüfkern im eigenen Rechenzentrum brauchst du keinen Vertrag mit Learneo. Dafür fehlen die Premium-Regeln und die KI-Umformulierung, und jemand muss den Java-Dienst aktuell halten.
DSGVO und Datenschutz
Betreiberin von LanguageTool ist laut den eigenen Geschäftsbedingungen die Learneo, Inc. aus Delaware mit Anschrift in San Francisco, die deutsche Tochter LanguageTooler GmbH sitzt in Hamburg. In der Datenschutzrichtlinie vom 08.11.2025 tritt Learneo auch als Verantwortliche auf und stützt Übermittlungen in die USA auf das Data Privacy Framework und die Standardvertragsklauseln. Ins Modelltraining fließen Eingaben nach dieser Richtlinie bei keinem Tarif, weder beim Einzel-Abo noch bei Team- und Geschäftskunden. Einstellen musst du dafür nichts.
Texte aus Erweiterungen und Apps speichert LanguageTool normalerweise nicht. Was du im Editor bearbeitest, bleibt dagegen auf Servern von Amazon Web Services in München gespeichert.
Der Auftragsverarbeitungsvertrag (Stand 21.08.2024) gilt ausdrücklich nur für Teampläne, ein Einzel-Abo bekommt keinen. Sein Unterauftragnehmer-Verzeichnis nennt für die KI-Umformulierung neben Aleph Alpha in Heidelberg auch OpenAI in San Francisco. Diese Funktion gibt Text also an einen US-Anbieter weiter.
Die API-Seite wirbt mit Servern ausschließlich in Deutschland. Derselbe Auftragsverarbeitungsvertrag listet Cloudflare und Amplitude in San Francisco und hält fest, dass Learneo europäische Daten in den USA empfängt. Für den Cloud-Dienst samt Browser-Erweiterung führen wir LanguageTool deshalb nicht mehr als DSGVO-konform.
Der selbst betriebene Prüfserver steht unter LGPL-2.1 und verarbeitet die Texte auf eurer eigenen Hardware. Einen Vertrag mit einem US-Anbieter braucht er nicht, weil er weder die Premium-Regeln noch die KI-Umformulierung nachlädt. Für Kanzleien, Behörden und alle, die Mandanten- oder Personaltexte prüfen lassen, ist das der Weg, den du gegenüber der Datenschutzbeauftragten begründen kannst.
Alternativen zu LanguageTool
- DeepL: DeepL Write schlägt ebenfalls Formulierungen vor, prüft die Grammatik aber längst nicht so tief. Der Anbieter sitzt in Köln und verarbeitet die Daten in der EU, beim Datenschutz ist DeepL damit die einfachere Wahl.
- ChatGPT: Formuliert Texte freier um und erklärt seine Korrekturen auf Nachfrage, arbeitet aber nicht live im Textfeld. Für den einmaligen Durchlauf eines fertigen Textes taugt es.
Wofür LanguageTool taugt
- Quelloffener Prüfkern unter LGPL-2.1, auf eurer eigenen Hardware betreibbar
- Sehr stark bei deutschen Texten, erkennt Komma-, Kongruenz- und Zusammenschreibfehler
- Eingaben fließen laut Datenschutzrichtlinie nicht ins Modelltraining
- Add-ins für Word, Google Docs, LibreOffice, Outlook und Thunderbird
- Gemeinsames Wörterbuch und Styleguide vereinheitlichen die Firmensprache
Wo es hakt
- Browser-Erweiterung seit Januar 2026 nur noch mit Premium-Abo
- Betreiberin ist die US-Firma Learneo, der Auftragsverarbeitungsvertrag gilt nur für Teampläne
- KI-Umformulierung läuft laut diesem Vertrag auch über OpenAI in San Francisco
- Selbst betriebener Server hat weder die Premium-Regeln noch die KI-Funktionen
Wofür es eingesetzt wird
Grammatik und Rechtschreibung in E-Mails prüfen · Stil und Formulierung in Angeboten verbessern · Texte für Webseite und soziale Netzwerke korrigieren · Einheitliche Schreibweise im Team sicherstellen