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Praxisleitfaden

KI-Tools, die Unternehmen wirklich brauchen

Sechs konkrete Anwendungsfälle, die sich ohne Vorprojekt umsetzen lassen, mit den besten Tools aus unserer Datenbank. Herstellerunabhängig, ohne Affiliate-Links.

Firmen-Wissensdatenbank (RAG)

Retrieval Augmented Generation (RAG) macht Ihre internen Dokumente per KI durchsuchbar, also Handbücher, Verträge, Protokolle oder Produktinfos. Statt im Dateisystem zu suchen, stellen Sie Fragen in natürlicher Sprache und bekommen Antworten mit Quellenangabe.

So geht's

  1. 1 Dokumente vorbereiten: PDFs, Word-Dateien und Scans in maschinenlesbaren Text umwandeln
  2. 2 Texte in Abschnitte aufteilen und als Vektoren in einer Datenbank speichern
  3. 3 Sprachmodell anbinden, das bei Fragen die passenden Abschnitte findet und zusammenfasst

Unsere Empfehlung

AnythingLLM ist der schnellste Einstieg: Dokumente per Drag & Drop hochladen, lokales Modell via Ollama anbinden, fertig. Kein Code nötig. Für komplexere Aufbauten mit vielen Datenquellen ist Dify oder RAGFlow die bessere Wahl.

Meetings transkribieren

Jedes Meeting produziert Informationen, die danach verloren gehen. Mit lokaler Spracherkennung wandeln Sie Aufnahmen in durchsuchbaren Text um. Das funktioniert komplett offline auf Ihrem Rechner.

So geht's

  1. 1 Meeting aufnehmen (Smartphone, Laptop-Mikro oder Konferenzsystem)
  2. 2 Audiodatei lokal transkribieren mit Whisper-basierter Software
  3. 3 Transkript per KI-Chat zusammenfassen lassen (Kernaussagen, Aufgaben, Entscheidungen)

Unsere Empfehlung

Superwhisper auf dem Mac transkribiert direkt beim Sprechen und funktioniert systemweit in jeder App. whisper.cpp ist die beste Wahl, um größere Mengen an Aufnahmen auf dem eigenen Server zu transkribieren.

Prozesse automatisieren

E-Mail kommt rein, Anhang wird extrahiert, KI fasst den Inhalt zusammen, Ergebnis landet im CRM. Solche Abläufe lassen sich ohne Programmierung bauen. Automatisierungstools verbinden Ihre vorhandene Software und reichern sie mit KI-Schritten an.

Sprachmodelle lokal betreiben

Lokale Sprachmodelle laufen auf Ihrer eigenen Hardware, ohne Transfer an Dritte und ohne laufende Kosten pro Anfrage. Modelle wie Qwen 3.6 oder Gemma 4 reichen in unseren Projekten für die Standardaufgaben im Büro aus.

So geht's

  1. 1 Ollama installieren (ein Befehl auf Mac, Linux oder Windows)
  2. 2 Modell herunterladen: z.B. "ollama pull gemma4" oder "ollama pull qwen3.6"
  3. 3 Chat-Oberfläche wie Open WebUI anbinden, damit das Team über den Browser zugreifen kann

Unsere Empfehlung

Für den Einstieg ist Ollama mit Open WebUI der schnellste Weg, weil beides in einer Stunde läuft. Für den Dauerbetrieb mit mehreren Nutzern taugt Ollama nicht, dort setzen wir einen Serverdienst wie vLLM darunter und lassen Open WebUI als Oberfläche stehen. LiteLLM wird relevant, wenn Sie mehrere Modelle, lokal und in der Cloud, über eine einheitliche Schnittstelle ansprechen möchten.

Dokumente verarbeiten

KI-gestützte Dokumentenverarbeitung erkennt Text, klassifiziert Dokumente automatisch und extrahiert Daten wie Beträge, Termine oder Vertragsklauseln. Das Abtippen von Papier und PDFs entfällt damit.

So geht's

  1. 1 Dokumente scannen oder als PDF importieren
  2. 2 Automatische Klassifizierung einrichten (Rechnung, Vertrag, Korrespondenz)
  3. 3 Extrahierte Daten in Buchhaltung, CRM oder Archiv weiterleiten

Unsere Empfehlung

Paperless-ngx und Paperless AI arbeiten zusammen. Paperless-ngx archiviert und durchsucht alle Dokumente, Paperless AI klassifiziert und taggt sie automatisch per KI. Komplett selbst gehostet, Open Source.

KI-Chat für das ganze Team

Statt dass jeder Mitarbeitende ein eigenes ChatGPT-Abo nutzt, richten Sie eine zentrale Plattform ein. Das spart Kosten, ermöglicht einheitliche Prompts und Vorlagen und gibt Ihnen Kontrolle darüber, welche Modelle und Daten verwendet werden.

Der KI-Stack für Unternehmen

Alle Bausteine auf einen Blick. Sie brauchen nicht alles auf einmal. Starten Sie mit einer Ebene und erweitere bei Bedarf.

Einstieg

KI-Chat für alle

Zentraler Chat-Zugang für das Team. Fragen beantworten, Texte schreiben, Ideen entwickeln.

Aufbau

Firmenwissen anbinden

Eigene Dokumente durchsuchbar machen. Die KI kennt Ihre Handbücher, Verträge und Prozesse.

Skalierung

Prozesse verbinden

Workflows automatisieren, Systeme verknüpfen. KI wird Teil Ihrer bestehenden Abläufe.

Häufige Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum KI-Einsatz im Unternehmen

Welche Hardware brauche ich für lokale KI-Modelle?

Für kleine Modelle bis 9 Milliarden Parameter reicht ein aktueller Laptop mit 16 GB Arbeitsspeicher. Die 30-Milliarden-Klasse, also Gemma 4 oder Qwen 3.6, braucht 24 GB Grafikspeicher und damit eine RTX 5090 oder ein Gerät mit 128 GB gemeinsamem Speicher. Ein Modell wie Laguna S 2.1 mit 118 Milliarden Parametern belegt komprimiert rund 59 GB. Welche Geräte das im Einzelnen sind und was sie kosten, steht in unserer Kaufberatung zu lokaler KI-Hardware.

Sind lokale KI-Tools wirklich DSGVO-konform?

Ja, wenn die Daten Ihren Server nie verlassen. Tools wie Ollama, Open WebUI oder Whisper.cpp verarbeiten alles lokal. Es findet kein Datentransfer an Dritte statt, ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist nicht nötig.

Wie gut sind lokale Modelle im Vergleich zu ChatGPT?

Für E-Mails, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Standardauskünfte reichen offene Modelle wie Qwen 3.6 oder Gemma 4 in unseren Projekten aus. Bei langem Code und mehrstufiger Recherche liegen die großen Cloud-Modelle weiter vorn. Welches Modell was leistet, steht in unserem Vergleich lokaler Sprachmodelle im Blog.

Was kostet der Einstieg?

Die meisten empfohlenen Tools sind Open Source und kostenlos. Geld kostet die Hardware. Ein Rechner mit RTX 5090 und 32 GB Grafikspeicher liegt bei 5.599 Euro, ein Gerät mit 128 GB gemeinsamem Speicher wie der ASUS Ascent GX10 bei 3.999 Euro, der baugleiche NVIDIA DGX Spark bei 5.399 Euro und ein Mac Studio M3 Ultra mit 96 GB bei 5.999 Euro. Wer nichts anschaffen möchte, mietet einen GPU-Server in Deutschland ab 276,44 Euro im Monat. Cloud-Tools wie n8n oder Dify gibt es als kostenlose Self-Hosted-Version.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nicht für den Einstieg. Tools wie AnythingLLM, Open WebUI oder n8n haben grafische Oberflächen und sind ohne Code bedienbar. Für fortgeschrittene Aufbauten (eigene RAG-Strecken, Schnittstellen, automatisierte Abläufe) ist technisches Grundverständnis hilfreich. Dabei unterstützen wir in unserer Beratung.

Welcher Stack passt zu Ihrem Unternehmen?

Jedes Unternehmen ist anders. In der Beratung gehen wir Ihre Abläufe durch, wählen die passenden Tools aus und richten sie so ein, dass sie mit Ihrer vorhandenen Software zusammenarbeiten.

Tool-Auswahl besprechen

Welche Aufgabe ist zuerst dran, und welche Software ist heute im Einsatz? Daraus sagen wir Ihnen, welche der Tools oben taugen und womit Sie anfangen.

Mit gekennzeichnete Felder brauchen wir, alles andere ist freiwillig.

Ihre Angaben gehen per E-Mail an uns und wir nutzen sie nur, um Ihre Anfrage zu beantworten. Es gibt keinen Newsletter und keine Weitergabe. Was danach mit den Daten passiert, steht in der Datenschutzerklärung.