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Hosting & Cloud

Scaleway im Test

Scaleway ist ein französischer Cloud-Anbieter der Iliad-Gruppe und stellt mit den Generative APIs vortrainierte Modelle mit offenen Gewichten über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle bereit. Abgerechnet wird nach Token, seit April 2026 in Schritten von 1.000 statt von 1 Mio. Wer gleichmäßige Last oder ein eigenes Modell hat, bucht stattdessen feste GPUs zum Stundenpreis.

4,5 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Kostenpflichtig, Serverless ab 0,15 € pro Mio. Token, über die Batches-API die Hälfte, 1 Mio. Token gratis zum Start, dedizierte GPUs ab 0,93 € pro Stunde
Betriebsort Cloud
DSGVO ohne weitere Auflagen einsetzbar
Quelloffen nein

Vertragspartner der Generative APIs ist die Scaleway SAS in Paris, eine Tochter der französischen Iliad-Gruppe, über der keine Gesellschaft außerhalb Europas steht. Der Vertrag unterliegt französischem Recht, Gerichtsstand ist Paris. Die eigenen Rechenzentren stehen in Frankreich, den Niederlanden, Polen und seit März 2026 auch in Mailand. Die KI-Inferenz läuft davon unabhängig an genau einem Ort, im Pariser Rechenzentrum des Betreibers OPCORE.

Wichtigste Funktionen

  • OpenAI-kompatible API: Bestehender Code mit der OpenAI-Bibliothek funktioniert sofort weiter, du tauschst nur Base-URL und API-Schlüssel. Seit dem 22.04.2026 steht zusätzlich die neuere Responses-API allgemein bereit, empfohlen ist sie allerdings nur für gpt-oss-120b.
  • 15 Modelle mit offenen Gewichten: Im Serverless-Tarif, also ohne eigene Hardware und nach Verbrauch abgerechnet, buchst du unter anderem GLM 5.2 für Agenten und Code, das große Qwen3.5 mit 397 Mrd. Parametern, das schlankere Qwen3.6, Gemma 4, Mistral Medium 3.5, Mistral Small 3.2 und gpt-oss-120b. GLM 5.2 läuft noch als Vorschau und ist dabei auf 256.000 Token Kontext begrenzt, obwohl das Modell 1 Mio. Token unterstützt. Mistral Large 3, Gemma 4 31B und MiniMax M2.5 gibt es nur auf dedizierter Hardware.
  • Dedizierte GPUs für gleichmäßige Last: Was bis zum 01.05.2026 Managed Inference hieß, heißt jetzt Generative APIs Dedicated Deployment, also ein Modell, das für euch allein auf einer festen Maschine läuft. Am Produkt hat sich dabei nichts geändert, es sind weiterhin feste GPUs zum Stundenpreis, von der L4 mit 24 GB bis zur Maschine mit 8 H100. Auf dieser dedizierten Bereitstellung läuft der gesamte Katalog statt nur der 15 Serverless-Modelle, dazu eigene, feinjustierte Modelle von Hugging Face.
  • Stapelverarbeitung zum halben Preis: Anfragen über die Batches-API kosten 50 % weniger und unterliegen keiner Anfragegrenze. Scaleway sagt zu, einen Stapel binnen 24 Stunden abzuarbeiten. Für nächtliche Massenauswertungen, das Einordnen großer Dokumentbestände oder das Vorberechnen von Suchvektoren halbiert das die Rechnung.
  • Sprache und semantische Suche: Whisper Large v3 transkribiert mehrsprachiges Audio, Scaleway rechnet es nach Minute ab. Für die semantische Suche stehen Qwen3 Embedding 8B und BGE Multilingual Gemma 2 bereit, deren Ausgabe-Token nichts kosten.
  • Keine Speicherung der Inhalte: Die Sonderbedingungen für die KI-Dienste vom 07.04.2026 halten schriftlich fest, dass Eingaben und Ausgaben weder zum Training der Modelle noch zur Verbesserung des Dienstes dienen und dass die Modellanbieter keinen Zugriff darauf haben. Nur bei der Stapelverarbeitung speichert Scaleway die Eingaben 24 Stunden lang.

Preise und Tarife

Scaleway rechnet die Generative APIs nach Token ab, seit dem 20.04.2026 in Schritten von 1.000 statt von 1 Mio. Token. Zum Einstieg sind 1 Mio. Token und 60 Audiominuten frei, das Kontingent verrechnet Scaleway zuerst mit den teuersten Token.

Die Preise je Modell richten sich nach der Größe. Mistral Small 3.2 und gpt-oss-120b liegen bei 0,15 € Eingabe und trennen sich erst bei der Ausgabe mit 0,35 € und 0,60 €. Qwen3.6 kostet 0,25 € und 1,50 €, das große Qwen3.5 dann 0,60 € und 3,60 €, GLM 5.2 1,80 € und 5,50 €, Mistral Medium 3.5 1,50 € und 7,50 €. Die Transkription mit Whisper kostet 0,003 € je Minute, die Modelle für die semantische Suche 0,10 € pro Mio. Eingabe-Token bei freier Ausgabe, und über die Batches-API kostet all das die Hälfte.

Bei der dedizierten Bereitstellung fällt ein Stundenpreis je GPU an, unabhängig von der Tokenzahl, und die Uhr läuft ab dem Moment, in dem das Modell steht. Eine L4 mit 24 GB kostet 0,93 €, eine L40S 1,72 €, eine einzelne H100 mit 80 GB 3,40 € und eine Maschine mit 8 H100 30,06 € pro Stunde, also rund 21.900 € im Monat. Pausieren geht nicht. Für den Betrieb allein zu Bürozeiten legst du die Bereitstellung über die API oder Terraform an und wieder ab.

Die Preisseite weist alle Beträge ausdrücklich vor Steuern aus, die Umsatzsteuer kommt also noch hinzu.

Für wen ist Scaleway geeignet?

  • Unternehmen mit einer anstehenden Datenschutzprüfung: Wer der Datenschutzbeauftragten Vertragspartner, Verarbeitungsort und Auftragsverarbeitungsvertrag vorlegen muss, findet das alles auf der öffentlichen Vertragsseite, ohne Anfrage beim Vertrieb. Für Gesundheitsdaten kommt die HDS-Zertifizierung dazu.
  • Entwicklungsteams beim Umstieg von OpenAI: Die kompatible Schnittstelle macht aus der Umstellung bestehender Anwendungen eine Konfigurationsänderung. In n8n oder AnythingLLM trägst du Base-URL und Schlüssel ein und bist fertig.
  • Produktteams mit gleichmäßiger Last oder eigenem Modell: Über die dedizierte Bereitstellung bekommst du feste GPUs zum Stundenpreis, ohne Anfragegrenze, und die Ausgabe-Token sind dort nicht begrenzt. Ein selbst feinjustiertes Modell spielst du ebenso ein wie eines aus dem Katalog.

DSGVO und Datenschutz

Vertragspartner ist die Scaleway SAS, 8 rue de la Ville l'Evêque, 75008 Paris, im Handelsregister Paris unter 433 115 904 eingetragen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag liegt in der Fassung vom 01.06.2024 als PDF auf der Vertragsseite scaleway.com/en/contracts, frei abrufbar, weder ein Konto noch ein Anfrageformular sind nötig. Er ist Bestandteil des Hauptvertrags, eine gesonderte Unterschrift verlangt Scaleway nicht. Artikel 11.1 legt fest, dass die Dienste standardmäßig innerhalb der Europäischen Union liegen, Artikel 14.1 unterstellt den Vertrag französischem Recht und den Gerichten im Bezirk des Pariser Berufungsgerichts.

Alle Modelle laufen laut Hersteller-FAQ in einem einzigen Rechenzentrum in Paris, betrieben von OPCORE. Die Liste der Unterauftragnehmer steht ebenfalls offen und nennt für sämtliche Rechenzentren Verarbeitungsorte innerhalb der EU. Die Sonderbedingungen für die KI-Dienste vom 07.04.2026 schließen die Verwendung von Ein- und Ausgaben zum Training oder zur Verbesserung der Modelle aus und sperren den Zugriff der Modellanbieter darauf. Bei erkannter Missbrauchsaktivität darf Scaleway einzelne HTTP-Anfragen vorübergehend aufbewahren, nach dem Datenschutzhinweis der Generative APIs bis zu 2 Wochen.

Zertifiziert ist die Plattform nach ISO/IEC 27001:2022 und für Gesundheitsdaten nach HDS. Die französische SecNumCloud-Qualifizierung durchläuft Scaleway aktuell und schreibt selbst, dass sie bis heute nicht erteilt ist. Eine Fassung zum Selbsthosten gibt es nicht. Für Modelle auf eigener Hardware mietest du GPU-Instanzen und richtest die Inferenz dort selbst ein.

Für Unternehmen, die einen Verarbeitungsort in der EU und ein einsehbares Vertragswerk nachweisen müssen, ist Scaleway damit belegbar geeignet. Die französische Vertragssprache und die noch offene SecNumCloud-Qualifizierung klärst du in der Prüfung besser vorab.

Alternativen zu Scaleway

  • IONOS AI Model Hub: Deutsche Alternative mit Servern in Berlin und integrierter Vektor-Datenbank für RAG, also für Antworten aus den eigenen Dokumenten, ebenfalls OpenAI-kompatibel und nach Token abgerechnet.
  • Infomaniak AI Services: Schweizer Anbieter mit offenen Modellen in Genf und Zürich, sinnvoll, wenn die Daten in der Schweiz statt in der EU liegen sollen.
  • Hetzner: Günstiger, wenn du Modelle selbst auf GPU-Servern installieren und betreiben möchtest. Dafür behältst du mehr Kontrolle, richtest aber alles selbst ein.

Wofür Scaleway taugt

  • Vertragspartner ist die Scaleway SAS in Paris, ohne Muttergesellschaft außerhalb Europas, mit französischem Recht und Gerichtsstand Paris
  • Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmerliste stehen ohne Anmeldung zum Herunterladen bereit
  • Scaleway betreibt die Modelle auf eigener Infrastruktur und reicht Anfragen nicht an OpenAI, Google oder Anthropic weiter
  • OpenAI-kompatible API, bestehender Code läuft nach Wechsel von Base-URL und Schlüssel weiter
  • Der Vertrag schließt die Speicherung der Inhalte aus, zertifiziert nach ISO 27001:2022 und HDS

Wo es hakt

  • Die KI-Endpunkte laufen ausschließlich in Paris, auch nach der Eröffnung der vierten Cloud-Region in Mailand
  • Seit dem 01.08.2026 fehlen Devstral 2, Voxtral und Gemma 3 im Serverless-Katalog, Holo2 folgt am 09.08.2026
  • Vertragssprache ist Französisch, die englische Fassung gilt nur als Übersetzung, eine deutsche gibt es nicht
  • Für die dedizierte Bereitstellung nennt Scaleway noch keine Verfügbarkeitszusage
  • Französische SecNumCloud-Qualifizierung noch im Verfahren, nicht erteilt

Wofür es eingesetzt wird

KI-Schnittstelle mit Verarbeitung ausschließlich in der EU · Umstieg bestehender OpenAI-Anwendungen ohne Code-Umbau · Dedizierte GPU-Inferenz für eigene oder feinjustierte Modelle · Transkription und semantische Suche über dieselbe Schnittstelle