Hetzner: KI-Tool Test & Bewertung
Hetzner Online ist seit 1997 der Preis-Leistungs-Benchmark für Cloud-Server in Europa. Mit GPU-Servern für KI-Inferenz und Training, S3-kompatiblem Object Storage, vollständiger Terraform- und CLI-Unterstützung und Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und Finnland bietet Hetzner eine DSGVO-konforme Alternative zu AWS und Azure, zum Bruchteil der Kosten.
Zuletzt aktualisiert: 1. April 2026
Wer KI-Modelle in Europa hosten will, ohne ein Vielfaches der US-Hyperscaler-Preise zu zahlen, landet schnell bei Hetzner. Das Unternehmen aus Gunzenhausen (Bayern) betreibt seit 1997 eigene Rechenzentren in Deutschland und Finnland und bietet neben klassischen Cloud-Servern auch GPU-Server für KI-Inferenz und Training an. Die Preise liegen dabei deutlich unter AWS und Azure, bei voller DSGVO-Konformität.
Wichtigste Funktionen
- Hetzner Cloud: VPS-Server in zwei Varianten: CX-Reihe mit geteilten vCPUs für kleinere Workloads und CCX-Reihe mit dedizierten vCPUs für Produktionsanwendungen. Verwaltbar per Web-Interface, REST-API, hcloud-CLI oder Terraform. Inklusive Firewalls, Load Balancer, private Netzwerke, Block Storage Volumes und Snapshots. Abrechnung stündlich oder monatlich, keine Mindestlaufzeit.
- GPU-Server für KI: Der GEX44 (NVIDIA RTX 4000 SFF Ada Generation, 20 GB GDDR6 VRAM, 306,8 TFLOPS Tensor-Performance, Intel Core i5-13500, 64 GB DDR4 RAM) eignet sich für Inferenz mit mittleren Open-Source-Modellen. Der GEX131 (NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q, 96 GB GDDR7 ECC VRAM, 3.511 TFLOPS Tensor-Performance, Intel Xeon Gold 5412U, 256 GB DDR5 ECC RAM) deckt intensive Trainings-Workloads und große Modelle ab. Der GEX131 ist stundenweise buchbar, ohne Einrichtungsgebühr.
- Object Storage: S3-kompatibel, in europäischen Rechenzentren. Geeignet für Modellgewichte, Trainingsdaten oder Backups. Integration mit allen gängigen S3-Clients (boto3, rclone, mc). Preise ca. 5 €/TB/Monat inklusive 1 TB Egress.
- Serverbörse: Ältere Dedicated-Server-Modelle werden im Dutch-Auction-Verfahren (Preis sinkt über Zeit) günstig vermietet, ab ca. 39 €/Monat. Ideal für Dauerbetrieb rechenintensiver Anwendungen mit niedrigem Budget.
- API und DevOps: hcloud-CLI (
brew install hcloud), offizieller Terraform-Provider und Community-Kubernetes-Integriationen wie hetzner-k3s. Hetzner ist API-first und in moderne Infrastructure-as-Code-Toolchains gut eingebunden. - Hetzner Robot: Control-Panel für Dedicated Server, Storage Boxes und Colocation, mit Standalone-Verwaltung unabhängig von der Cloud-Oberfläche.
Preise und Tarife
Ab dem 1. April 2026 erhöht Hetzner die Preise für Cloud- und Dedicated-Server um 30 bis 37 Prozent. Hetzner begründet das mit gestiegenen Hardware-Kosten, insbesondere DRAM-Preisen, die durch den globalen Nachfrageanstieg nach KI-Infrastruktur stark gestiegen sind. Die neuen Preise gelten für Neu- und Bestandskunden.
Die Abrechnung läuft stündlich, aber mit monatlichem Deckel: Wer einen Server den ganzen Monat laufen lassen, zahlt automatisch den günstigeren Monatspreis. Stundenkosten und Monatspreis kommen also nicht zusammen. Die wichtigsten Produkte nach der Preisanpassung: Cloud-VPS CX22 (2 vCPU, 4 GB RAM, 40 GB SSD) ab 4,49 €/Monat. CAX11 mit Ampere ARM64-vCPUs (2 vCPU, 4 GB RAM) ebenfalls ab 4,49 €/Monat, sehr energieeffizient. GEX44 GPU-Server ab 212,30 €/Monat. GEX131 GPU-Server ab 1.389 €/Monat (GEX131 mit 512 GB RAM), auch rein stundenweise buchbar, z.B. für ein paar Stunden Training ohne Monatsbindung. Object Storage bleibt bei ca. 5 €/TB/Monat.
Zum Vergleich: Ein AWS EC2 mit vergleichbarer Leistung zum mittleren Hetzner-VPS kostet 5 bis 10 Mal mehr. Auch nach der Preiserhöhung ist Hetzner deutlich günstiger als US-Hyperscaler, besonders für GPU-Rechenleistung unter DSGVO-Bedingungen.
Für wen ist Hetzner geeignet?
- Entwickler und DevOps-Teams: Wer Linux, Docker und Kommandozeile beherrscht, bekommt bei Hetzner das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt. API-First-Ansatz, Terraform-Provider und hcloud-CLI machen Hetzner zur ersten Wahl für alle, die Infrastruktur als Code verwalten wollen.
- KI-Projekte mit DSGVO-Anforderungen: GPU-Server in deutschen Rechenzentren, S3-kompatibles Object Storage für Modellgewichte und VPS für Inferenz-Backends. Wer europäische KI-Infrastruktur zu Kosten betreiben will, die sich realistisch anfühlen, kommt an Hetzner kaum vorbei.
- Agenturen und Freelancer mit mehreren Kundenprojekten: Serverbörse und günstige Dedicated Server machen es möglich, einen kompletten Stack aus Docker, n8n, Open WebUI und Paperless-ngx für 60 bis 100 €/Monat zu betreiben.
DSGVO und Datenschutz
Hetzner ist ein deutsches Unternehmen ohne US-Mutterkonzern. Die europäischen Rechenzentren liegen in Falkenstein (Sachsen), Nürnberg und Helsinki. Zusätzlich betreibt Hetzner Standorte in den USA (Ashburn und Hillsboro), die für DSGVO-sensible Workloads nicht gewählt werden sollten. Bei konsequenter Nutzung der EU-Standorte und eigener Datenhaltung ist DSGVO-Konformität gegeben. Hetzner bietet Auftragsverarbeitungsverträge an. Die Rechenzentren sind ISO-27001-zertifiziert und laufen laut Hetzner zu 100 Prozent mit Ökostrom.
Alternativen zu Hetzner
- Mittwald: Wenn Sie Managed Hosting mit Agentur-Tooling, White-Label-Kundencenter und AI Hosting auf einer Plattform brauchen. Deutlich teurer als Hetzner, dafür erheblich weniger Eigenaufwand bei Betrieb und Wartung.
- Infomaniak: Schweizer Anbieter mit ähnlicher DSGVO-Ausrichtung, eigenem KI-Angebot und Fokus auf Datenschutz. Teurer als Hetzner, aber mit mehr Managed-Services und europäischem Fokus ohne US-Standorte.
- Netcup: Ebenfalls deutsches Rechenzentrum und ähnliche Preisklasse wie Hetzner, aber mit weniger GPU-Angeboten, schwächerer API und kleinerem Community-Ökosystem.
Vorteile
- 4 bis 10× günstiger als AWS oder Azure bei vergleichbarer oder besserer Performance
- GPU-Server für KI: GEX44 (RTX 4000 Ada, 20 GB VRAM) und GEX131 (RTX PRO 6000 Blackwell, 96 GB GDDR7 ECC)
- Deutsches Unternehmen, Rechenzentren nur in Deutschland und Finnland, DSGVO-konform
- Vollständige API, hcloud-CLI und offizieller Terraform-Provider
- S3-kompatibles Object Storage für Datensätze und Modellgewichte
- Serverbörse mit günstigen Dedicated Servern im Dutch-Auction-Verfahren
Nachteile
- Kein Managed Hosting, kein Agentur-Tooling (mehr Do-it-yourself als Mittwald)
- Kein managed Database, Redis oder Elasticsearch, alles selbst installieren und warten
- Support per E-Mail mit 1 bis 2 Tagen Wartezeit, kein 24/7-Telefon
- GPU-Server oft ausgebucht, begrenzte Verfügbarkeit
- Kein eigenes CDN, kein SOC 2 oder HIPAA (nur ISO 27001 für Rechenzentren)