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KI-Agenten

OpenWork im Test

OpenWork ist eine quelloffene Desktop-Anwendung, die einen KI-Agenten autonom an den eigenen Dateien arbeiten lässt, vom Recherchieren über das Erstellen von Dokumenten bis zum Sortieren von Ordnern. Die Anwendung läuft auf dem eigenen Rechner, und du wählst unter über 50 Sprachmodellen, von Claude und GPT bis zu lokalen Modellen.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Desktop-App kostenlos und Open Source, im Tarif Team Starter die ersten 5 Plätze frei, danach rund 8,60 Euro netto pro Platz und Monat, Enterprise individuell
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, MIT

Anthropics Claude Cowork erledigt Büroaufgaben eigenständig, läuft dabei aber ausschließlich auf der Cloud-Plattform des Herstellers. OpenWork baut dasselbe Prinzip als quelloffene Desktop-App nach, technisch auf Basis der OpenCode-Engine, und hat seit Januar 2026 über 20.000 GitHub-Sterne gesammelt. Dahinter steht Different AI aus San Francisco, finanziert vom Gründerprogramm Y Combinator. Seit Juli 2026 brauchst du nicht einmal mehr die Desktop-App, denn dieselben Skills, also die hinterlegten Arbeitsanweisungen für den Agenten, rufst du samt Verbindungen auch aus Claude Code, Codex oder Cursor ab.

Wichtigste Funktionen

  • Agentisches Arbeiten an lokalen Dateien: Der Agent liest, bearbeitet und erstellt Dateien direkt auf der eigenen Maschine und arbeitet mehrstufige Aufgaben selbständig ab. Er recherchiert, legt Dokumente an, sortiert Ordner und steuert auf Wunsch auch Chrome, um Daten aus einem Webprogramm zu holen.
  • Freigabe vor heiklen Schritten: Bevor der Agent eine Datei löscht oder überschreibt, fragt er sichtbar um Erlaubnis. Ausführungsplan und Fortschritt stehen in einer grafischen Oberfläche statt in einem Terminal. Das macht das Werkzeug auch für Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund bedienbar.
  • Anschluss an vorhandene Agenten: Seit Juli 2026 stellt OpenWork seine Skills, Plugins und Verbindungen über einen MCP-Server bereit, also über eine standardisierte Schnittstelle, an der KI-Agenten fremde Werkzeuge andocken. Wer schon mit Claude Code, Codex, Cursor oder VS Code arbeitet, ruft dieselben Fähigkeiten dort ab, ohne die Desktop-App zu installieren.
  • Freie Modellwahl: OpenWork ist anbieterunabhängig und unterstützt über 50 Sprachmodelle nach dem Prinzip eigener API-Schlüssel. Du wählst zwischen Claude, OpenAI, Google oder lokal betriebenen Modellen und entscheidest damit selbst über Kosten und Datenschutzniveau.
  • Postfach, Kalender und Ablage: Über Google Workspace und Microsoft 365 arbeitet der Agent mit Gmail, Outlook, Kalender, Drive, OneDrive und Teams. Er entwirft Antworten und legt Termine samt Videolink an. Dateien findet er per Volltextsuche. Jede Person meldet sich mit dem eigenen Konto an, der Agent sieht also nur, worauf sie ohnehin Zugriff hat.
  • Teilbare Pakete und zentrale Verwaltung: Skills, MCP-Server, Plugins und Konfigurationen bündelst du zu einem einzigen Link, den ein Team per Klick importiert. Größere Organisationen steuern das seit Juli 2026 über die Verwaltungsebene OpenWork Den, die Rollen, die Anmeldung über den vorhandenen Firmen-Zugang (SSO), freigegebene Modellanbieter und erlaubte App-Versionen zentral festlegt.

Preise und Tarife

Die Desktop-App ist unter der MIT-Lizenz kostenlos und Open Source, mit Installationsdateien für macOS, Windows und Linux. Im Einzelbetrieb zahlst du nur die API-Gebühren des selbst gewählten Sprachmodells, bei lokalen Modellen fallen lediglich die Kosten für die eigene Hardware und den Strom an. Für Teams gibt es den Tarif Team Starter mit den ersten 5 Plätzen kostenlos, danach rund 8,60 Euro pro Platz und Monat (Listenpreis 10 US-Dollar), inklusive API-Zugang und der gemeinsamen Bibliothek freigegebener Skills und Plugins.

Den Unternehmenstarif kalkuliert OpenWork individuell. Er umfasst SSO nach dem Standard SAML, automatisch angelegte Nutzerkonten per SCIM, Richtlinien für die Desktop-Installation, eigene Inferenz (die Sprachmodelle laufen dann in der eigenen Umgebung) und auf Wunsch eine selbst betriebene Installation. Der Enterprise-Code im Verzeichnis ee steht dabei unter einer Fair-Source-Lizenz, die die freie Weiterverwendung begrenzt. OpenWork weist seine Tarife ausdrücklich ohne Steuern aus, auf den Platzpreis kommt die Umsatzsteuer also noch hinzu.

Für wen ist OpenWork geeignet?

  • Datenschutzbewusste Unternehmen: Wer die agentischen Büro-Funktionen von Cowork braucht, dabei aber an Vorgaben gebunden ist, die eine US-Cloud ausschließen, betreibt OpenWork im Desktop-Modus mit einem lokal laufenden Modell oder einem eigenen Inferenz-Endpunkt in der EU.
  • Technikaffine Selbstständige und kleine Teams: Modellwahl und Kosten bleiben hier in der eigenen Hand, weil OpenWork an keinen Anbieter gebunden ist. Bis zu 5 Plätze sind kostenlos, und du wechselst jederzeit zwischen Claude, OpenAI und lokalen Modellen.
  • Teams mit standardisierten Abläufen: Eine einmal aufgebaute Agenten-Konfiguration verteilst du über die teilbaren Skill- und MCP-Pakete im Team. Alle Kollegen arbeiten mit derselben Zusammenstellung, wahlweise in der Desktop-App oder in dem Coding-Werkzeug, das sie ohnehin verwenden.

DSGVO und Datenschutz

Betreiber ist Different AI, Inc. aus San Francisco, das nach außen unter dem Produktnamen auftritt. Im Desktop-Modus liegen die Schlüssel nach Angaben des Herstellers im Schlüsselbund des Rechners, Prompts protokolliert die App nicht, und im normalen Betrieb überträgt sie keine Daten, abgesehen von freiwillig gesendeten Fehlerberichten. Damit entscheidet die Modellwahl über das Datenschutzniveau.

Nutzt du Cloud-Modelle von Anthropic, OpenAI oder Google, fließen die Inhalte an deren überwiegend US-amerikanische Schnittstellen. Das ist eine Auftragsverarbeitung und je nach Anbieter ein Drittlandtransfer. Der Team- und Verwaltungsteil läuft dagegen als Cloud-Dienst, mit PostHog, Polar, Google, GitHub und Daytona als Unterauftragsverarbeiter, überwiegend mit Sitz in den USA. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es nur auf Anfrage, die Sicherheitszertifizierung SOC 2 ist erst in Arbeit, und eine EU-Datenhaltung sagt der Hersteller für den Cloud-Dienst nicht zu.

Unternehmenskunden betreiben die gesamte Installation auf eigenen Servern, der Hersteller dokumentiert dafür auch den Betrieb ohne Internetverbindung. Für DSGVO-sensible Anwendungen empfehlen wir den Desktop-Betrieb mit einem lokalen Modell.

Alternativen zu OpenWork

  • Odysseus: Odysseus ist ebenfalls ein selbst gehosteter KI-Arbeitsplatz mit autonomen Agenten, dazu mit E-Mail und Kalender, steht aber unter der strengeren AGPL-Lizenz. Er ist breiter als Arbeitsplatz angelegt und orientiert sich weniger eng am Cowork-Vorbild.
  • OpenCode: OpenCode ist die technische Grundlage, auf der OpenWork aufsetzt. Als Terminal-Werkzeug zielt es stärker auf Programmierung und passt damit eher zu Entwicklern als zu klassischer Büroarbeit.
  • Claude: Das Original Claude Cowork ist Teil von Anthropics Plattform. Im Cloud-Betrieb ist es bequemer und ausgereifter, dafür fehlen die lokale Datenhaltung und die freie Modellwahl.

Wofür OpenWork taugt

  • Im Desktop-Modus liegen Dateien und API-Schlüssel auf der eigenen Maschine, die Prompts gehen direkt an den gewählten Anbieter
  • Über 50 Sprachmodelle frei wählbar, angebunden mit eigenen API-Schlüsseln
  • Grafische Oberfläche mit Freigabe-Abfrage und sichtbarem Ausführungsplan
  • Skills und Verbindungen sind teilbar und seit Juli 2026 auch aus Claude Code, Codex oder Cursor abrufbar

Wo es hakt

  • Junges Projekt seit Januar 2026, Version 0.18, Langzeitstabilität noch wenig erprobt
  • Datenschutzvorteil entfällt, sobald du Cloud-Modelle wie Claude oder GPT nutzt
  • Team- und Verwaltungsfunktionen laufen als US-Cloud-Dienst ohne zugesicherten EU-Standort
  • Der Enterprise-Teil im Verzeichnis ee steht unter einer eingeschränkten Fair-Source-Lizenz

Wofür es eingesetzt wird

Büroaufgaben von einem autonomen Agenten an eigenen Dateien erledigen lassen · Claude Cowork lokal und quelloffen ersetzen · Recherche, Dokumentenerstellung und Dateiverwaltung automatisieren · Agenten mit freier Modellwahl betreiben (Claude, OpenAI oder lokal) · Eigene Skills und Verbindungen aus Claude Code, Codex oder Cursor heraus nutzen