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KI-Assistenten

Claude im Test

Claude ist der KI-Assistent von Anthropic. Die aktuelle Modellfamilie umfasst Fable 5 für die anspruchsvollsten Aufgaben, Opus 5 für komplexe Analysen und Programmierung, Sonnet 5 als ausgewogene Alltagswahl und Haiku 4.5 für schnelle, einfache Aufgaben. Neben dem Chat gehören das Kommandozeilen-Werkzeug Claude Code und der Agent Claude Cowork dazu, der mehrstufige Büroaufgaben in der Cloud abarbeitet.

4,5 von 5

Stand 3. August 2026

Preismodell Freemium, Kostenlos / Pro rund 17 Euro / Max 86 oder 172 Euro / Team ab rund 17 Euro pro Sitz und Monat
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Claude ist auf Aufgaben mit großen Textmengen ausgelegt. In den Bezahltarifen arbeiten Claude Opus 5 und Claude Sonnet 5 mit einem Kontextfenster von 1 Million Tokens, und erreicht ein Gespräch selbst diese Grenze, fasst Claude ältere Nachrichten automatisch zusammen, statt abzubrechen. Ein 200-seitiger Vertrag oder eine gewachsene Codebasis passt damit in einen Durchgang.

Wichtigste Funktionen

  • 1 Million Tokens Kontextfenster: Claude Opus 5 und Claude Sonnet 5 verarbeiten in allen Bezahltarifen bis zu 1 Million Tokens, also grob 750.000 Wörter. Ganze Codebasen, lange Verträge oder Forschungsberichte kommen auf einmal hinein. Ältere Modelle liegen bei 200.000 Tokens.
  • Claude Cowork: Cowork nimmt mehrstufige Büroaufgaben entgegen und liefert fertige Ergebnisse zurück, etwa als Präsentation, Dokument oder Tabelle. Seit Juli 2026 laufen die Aufträge in der Cloud weiter, auch wenn der Rechner zugeklappt ist, und sie wiederholen sich auf Wunsch täglich, wöchentlich oder monatlich. Cowork gibt es als Desktop-App, im Browser und auf dem Smartphone.
  • Artifacts: Claude erzeugt interaktive Inhalte direkt im Chat, also HTML-Seiten, Diagramme, Dashboards oder Datenvisualisierungen. Das Ergebnis erscheint sofort neben dem Chat, ohne dass du ein externes Werkzeug öffnen musst.
  • Dateien auswerten und erzeugen: PDFs, Bilder, CSV- und Code-Dateien lädst du in den Chat hoch, und Claude wertet sie gezielt aus. Umgekehrt erzeugt Claude fertige Dateien wie Excel-Tabellen, Word-Dokumente oder Präsentationen und führt für die Auswertung eigenen Code aus. Beides steht schon im kostenlosen Tarif bereit.
  • Claude Code: Das eigenständige Kommandozeilen-Werkzeug arbeitet direkt in der lokalen Entwicklungsumgebung. Es liest Dateien, schreibt Code, führt Terminal-Befehle aus und navigiert eigenständig durch Projekte. Ab dem Pro-Tarif ist es enthalten.
  • Projects und Connectors: In Projects hinterlegst du Dokumente, Styleguides oder Systemanweisungen, die Claude in jeder Sitzung berücksichtigt. Über Connectors bindet Claude zusätzlich Slack, Google Workspace und Microsoft 365 an, in den Team-Tarifen dazu eine Suche über die Bestände der eigenen Firma.

Preise und Tarife

Im kostenlosen Tarif sind der Chat auf Web, iOS, Android und Desktop, die Websuche, ein Gedächtnis über Gespräche hinweg, das Erzeugen von Dateien, die Code-Ausführung, Connectors und Extended Thinking enthalten. Für die Modelle Fable und Opus bekommst du dort 50 % der Wochenlimits.

Der Pro-Tarif kostet rund 17,20 Euro pro Monat (20 USD), bei jährlicher Zahlung rund 14,60 Euro (17 USD). Er bringt mehr Nutzungskontingent, Zugang zu Claude Code, Claude Cowork, Claude Design und Claude Science, unbegrenzte Projects, die Research-Funktion, weitere Modelle und die Anbindung an Microsoft 365.

Wer Claude den ganzen Tag nutzt, hat 2 Max-Stufen zur Wahl. Max 5x kostet rund 86 Euro pro Monat (100 USD) mit der fünffachen Pro-Nutzung, Max 20x rund 172 Euro (200 USD) mit der zwanzigfachen. Beide Stufen bringen höhere Ausgabelimits, frühen Zugang zu neuen Funktionen und Vorrang bei hoher Last.

Für Teams beginnt der Preis bei rund 21,50 Euro pro Sitz und Monat (25 USD), jährlich abgerechnet bei rund 17,20 Euro (20 USD), ab 2 Sitzen und bis maximal 150 Sitze. Enthalten sind ein gemeinsamer Arbeitsbereich, zentrale Abrechnung, die Anmeldung über den Firmen-Login (SSO), Verwaltungsrechte und eine Suche über die Bestände der eigenen Firma. Premium-Sitze mit der fünffachen Nutzung kosten rund 107,50 Euro (125 USD), jährlich rund 86 Euro (100 USD).

Der Unternehmenstarif startet bei rund 17,20 Euro pro Sitz (20 USD) plus nutzungsabhängige Kosten zu API-Preisen. Dazu kommen die automatische Nutzerverwaltung über SCIM, Audit-Logs, Ausgabenkontrolle, Steuerung der Aufbewahrungsfristen, IP-Freigabelisten und eine HIPAA-Option für US-Gesundheitsdaten. Größere Verträge verhandelt Anthropic individuell. Sämtliche Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt hinzu.

Für wen ist Claude geeignet?

  • Analysten und Wissensarbeiter: Wer regelmäßig lange Dokumente auswerten muss, also Verträge, Berichte, Studien oder Protokolle, bekommt mit Claude ein Werkzeug, das auch bei mehreren hundert Seiten den Überblick behält.
  • Entwickler: Claude liefert bei komplexem Code belastbare Ergebnisse. Claude Code bindet den Assistenten zusätzlich direkt in die lokale Entwicklungsumgebung ein, für mehrstufige Aufgaben über eine ganze Codebasis hinweg.
  • Teams mit wiederkehrenden Büroaufgaben: Der Wochenbericht, die Auswertung oder das Protokoll sieht jedes Mal gleich aus. Cowork übernimmt diese Arbeit und liefert die fertige Datei zurück. Der Team-Tarif ergänzt das um zentrale Abrechnung, SSO und eine Suche über die Bestände der eigenen Firma.

DSGVO und Datenschutz

Claude läuft auf US-Infrastruktur, hauptsächlich bei AWS, ergänzt um Google Cloud und seit Januar 2026 zusätzlich Azure als Unterauftragsverarbeiter für die Microsoft-Integrationen. Eine EU-Datenresidenz gibt es im Direktzugang über claude.ai und die Anthropic-API nicht. Wer Claude in der EU verarbeiten muss, kommt derzeit nur über Amazon Bedrock (Frankfurt, Irland, Paris, Stockholm) oder Google Vertex AI in EU-Regionen dorthin.

In den Privatkunden-Tarifen Free, Pro und Max nutzt Anthropic Chats nur dann für das Training, wenn du die Einstellung zur Modellverbesserung selbst einschaltest. Ist sie aktiv, bleiben die Daten in entpersonalisierter Form bis zu 5 Jahre in den Trainingspipelines. Gelöschte Gespräche verschwinden innerhalb von 30 Tagen aus den Backend-Systemen, und Incognito-Chats fließen grundsätzlich nicht ins Training.

Für Team, Enterprise und die API sichert Anthropic vertraglich zu, die Eingaben nicht für das Training zu nutzen. Die API-Protokolle löscht Anthropic nach 7 Tagen, und geeignete Unternehmenskunden bekommen Zero Data Retention, also eine Verarbeitung ganz ohne Speicherung.

Einen Auftragsverarbeitungsvertrag samt Standardvertragsklauseln bringen die Nutzungsbedingungen der Bezahlprodukte (Commercial Terms) mit, für gewöhnliche claude.ai-Privatkonten gibt es keinen. Auf dem eigenen Server läuft es nicht. Für personenbezogene oder vertrauliche Unternehmensdaten führt der Weg deshalb über Team, Enterprise oder die API mit Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo eine Verarbeitung in der EU gefordert ist, über Bedrock oder Vertex AI. Der einfache claude.ai-Zugang taugt dafür nicht.

Alternativen zu Claude

  • ChatGPT: Deckt mehr Anwendungsfälle ab und bringt mit GPT Store, Bildgenerierung und Code Interpreter mehr angebundene Werkzeuge mit. ChatGPT ist die bessere Wahl, wenn Funktionsvielfalt vorgeht.
  • Claude Code: Wenn du Claude hauptsächlich für Programmierung nutzt, ist das eigenständige Kommandozeilen-Werkzeug der direktere Weg.
  • DSGVO-konforme KI-Modelle im Vergleich: Offene Modelle wie Gemma 4, Qwen 3.6 oder GLM-5.2 betreibst du im eigenen Unternehmen oder bei einem europäischen Hoster. Das löst das Datenschutzproblem, das Claude als US-Cloud-Dienst hat. Die Tabelle nennt zu jedem Modell die nötige Hardware-Klasse und die Lizenz.

Wofür Claude taugt

  • 1 Million Tokens Kontextfenster in allen Bezahltarifen
  • Verarbeitet lange Dokumente und komplexe Analysen zuverlässig
  • Artifacts erzeugen interaktive Inhalte direkt im Chat
  • Claude Code für die direkte Arbeit in der Entwicklungsumgebung
  • Claude Cowork erledigt mehrstufige Büroaufgaben im Hintergrund

Wo es hakt

  • Nicht DSGVO-konform, keine EU-Datenresidenz im Direktzugang
  • Kein Betrieb auf dem eigenen Server möglich
  • Kostenlose Version mit Nutzungslimits
  • Kein integriertes Bildgenerierungs-Tool

Wofür es eingesetzt wird

Lange Dokumente und Verträge analysieren · Texterstellung und Überarbeitung · Programmierung und Code-Review · Recherche und Zusammenfassungen · Wiederkehrende Büroaufgaben delegieren