Zum Inhalt springen
G

Gemini: KI-Tool Test & Bewertung

4.0
KI-Assistenten Freemium Kostenlos / AI Plus 4,99 €/Monat / AI Pro 21,99 €/Monat / AI Ultra 99,99 bis 219,99 €/Monat Cloud

Gemini ist der KI-Assistent von Google und direkt in Gmail, Docs, Sheets und Drive eingebaut. Im kostenlosen Tarif arbeitet seit Juli 2026 Gemini 3.6 Flash, in den Bezahltarifen kommt Gemini 3.1 Pro mit einem Kontextfenster von 1 Million Tokens hinzu. Zum Angebot gehören Deep Research für mehrstufige Recherchen, das umbenannte Gemini Notebook (früher NotebookLM) und Gemini Omni Flash für Videos.

Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Für alle, die ohnehin täglich in Gmail, Google Docs, Sheets oder Drive arbeiten, liegt Google Gemini nahe. Der Assistent sitzt in diesen Anwendungen und wertet dort einen langen Mail-Verlauf oder eine Tabelle aus, ohne dass Sie den Inhalt vorher in ein Chatfenster kopieren. ChatGPT und Claude binden externe Dienste inzwischen ebenfalls an, sitzen aber nicht in der Textverarbeitung selbst.

Wichtigste Funktionen

  • Anbindung an Google Workspace: Gemini fasst E-Mails in Gmail zusammen, formuliert Texte in Google Docs und wertet Tabellen in Sheets aus. Auch Ihre Dateien in Drive bezieht der Assistent in seine Antworten ein. Im privaten Konto schaltet erst AI Plus den Assistenten in diesen Apps frei, in den Google-Workspace-Tarifen für Unternehmen ist er ohne Aufpreis enthalten.
  • Kontextfenster von 1 Million Tokens: Gemini 3.1 Pro nimmt bis zu 1 Million Tokens entgegen und gibt bis zu 64.000 Tokens aus. Ein Vertragswerk oder ein ganzes Handbuch passt damit in einen Durchgang, ohne dass Sie das Dokument vorher zerlegen.
  • Gemini 3.6 Flash im kostenlosen Tarif: Seit dem 21.07.2026 steht das Modell allen Nutzern der Gemini-App weltweit offen. Google beschreibt es als token-effizienter und günstiger als das ältere 3.5 Flash. Dazu kommt im kostenlosen Tarif ein eingeschränkter Zugriff auf Gemini 3.1 Pro.
  • Deep Research: Gemini plant eine mehrstufige Recherche selbst, wertet verschiedene Quellen aus und fasst das Ergebnis in einem gegliederten Bericht zusammen. Die Funktion ist auch ohne Abo nutzbar, mit geringeren Limits.
  • Gemini Notebook: Am 16.07.2026 hat Google NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt. Sie laden eigene Dokumente als Quellen hoch und bekommen Antworten mit Belegstellen aus genau diesen Unterlagen. Neu ist eine abgeschirmte Cloud-Umgebung, in der das Notebook Code für Datenauswertungen schreibt und ausführt, zunächst für AI Ultra und AI Pro.
  • Gemini Omni Flash für Video: Seit dem 30.06.2026 erzeugt Gemini Videos aus Text, Bild und Audio und bearbeitet bestehende Clips auf Anweisung, etwa für eine Farbkorrektur oder zum Entfernen von Störgeräuschen. Diese Videofunktionen gibt es ab AI Plus.

Preise und Tarife

Der kostenlose Tarif enthält Gemini 3.6 Flash, einen eingeschränkten Zugriff auf Gemini 3.1 Pro, Deep Research, Bilderzeugung, Gemini Live, Canvas, Gemini Notebook und Gems, also eigene Assistenten mit fest hinterlegten Anweisungen. Dazu kommen 15 GB Cloud-Speicher.

Google AI Plus kostet 4,99 Euro pro Monat, vorher waren es 7,99 Euro. Mit der Senkung Anfang Juni 2026 stieg der Speicher von 200 auf 400 GB. Der Tarif verdoppelt die Nutzungslimits und schaltet Videogenerierung, 200 Credits für das Kreativstudio Google Flow sowie Gemini direkt in Gmail und Docs frei.

Für 21,99 Euro pro Monat vervierfacht AI Pro die Limits gegenüber der kostenlosen Version und bringt 5 TB Speicher, 1.000 Flow-Credits, die Entwicklungsumgebung Antigravity und eine YouTube-Premium-Lite-Mitgliedschaft mit. Bei AI Ultra beginnt der Preis bei 99,99 Euro pro Monat, dafür gibt es 20 TB Speicher, den besonders gründlichen Denkmodus Deep Think und Project Genie. Die Variante mit den höchsten Limits und 30 TB kostet 219,99 Euro, das sind 55 Euro weniger als beim Start im Vorjahr.

Für Unternehmen läuft der Zugang meist über Google Workspace, wo Gemini seit dem Wegfall der früheren Aufpreis-Pakete in allen Tarifen steckt. Business Starter kostet 6,80 Euro, Business Standard 13,60 Euro und Business Plus 21,10 Euro pro Nutzer und Monat bei einjähriger Vertragsbindung. Starter hat dabei nur einen eingeschränkten Zugriff auf die KI-Funktionen. Alle genannten Beträge verstehen sich netto, für Geschäftskunden kommt die Umsatzsteuer noch hinzu.

Für wen ist Gemini geeignet?

  • Unternehmen mit Google Workspace: Wenn Ihr Team ohnehin in Docs, Gmail und Sheets arbeitet, sparen Sie sich den Umweg über ein separates Werkzeug. Ab Business Standard stellen Sie zusätzlich Europa als Datenregion ein. Das vereinfacht die Datenschutzprüfung.
  • Teams mit langen Dokumenten: Ausschreibungsunterlagen, technische Dokumentationen oder Vertragswerke passen dank des Kontextfensters von 1 Million Tokens am Stück in eine Anfrage. Deep Research liefert dazu die mehrstufige Recherche.
  • Einsteiger ohne Budget: Wer noch keinen KI-Assistenten nutzt und ein Google-Konto hat, kommt ohne Kreditkarte und ohne Abo an ein brauchbares Modell samt Recherchefunktion. Für den ersten Praxistest im Unternehmen reicht das aus.

DSGVO und Datenschutz

Beim privaten Gemini-Zugang liegt die Verarbeitung auf Google-Servern in den USA, und es gibt keinen Auftragsverarbeitungsvertrag. Solange die Gemini-Apps-Aktivitäten eingeschaltet sind, speichert Google die Unterhaltungen und nutzt sie für das Training der Modelle. Ein Teil der Chats geht zusätzlich an menschliche Prüfteams, wird dabei vom Konto getrennt und bis zu 3 Jahre aufbewahrt.

Voreingestellt löscht Google die Aktivitäten nach 18 Monaten, wahlweise nach 3 oder 36 Monaten. Schalten Sie die Aktivitäten ab, bleiben Eingaben nur 72 Stunden gespeichert und werden nicht mehr zum Training verwendet, außer Sie geben ausdrücklich Feedback zu einer Antwort.

In Google Workspace greift der Zusatz zur Verarbeitung von Cloud-Daten (Cloud Data Processing Addendum) als Auftragsverarbeitungsvertrag. Google sagt dort zu, Inhalte ohne Erlaubnis weder von Menschen prüfen zu lassen noch für das Training von Modellen außerhalb der eigenen Domain zu verwenden. Ab Business Standard, Business Plus, Enterprise Plus und einigen weiteren Editionen wählen Sie Europa als Datenregion; Google führt die Gemini-App und Google Workspace mit Gemini ausdrücklich als abgedeckte Dienste, samt Eingaben und Antworten. Protokolldaten und zwischengespeicherte Inhalte fallen nicht darunter.

Für den Umgang mit personenbezogenen Daten ist der private Gemini-Zugang damit nicht tragfähig, und ein Self-Hosting als Ausweg gibt es nicht. Mit einem Workspace-Vertrag und europäischer Datenregion wird die Lage deutlich belastbarer, doch Google bleibt ein US-Konzern und unterliegt dem CLOUD Act, der US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Daten amerikanischer Anbieter eröffnet. Deshalb führen wir Gemini hier weiterhin nicht als DSGVO-konform.

Alternativen zu Gemini

  • ChatGPT: Ist der bekannteste KI-Assistent, arbeitet aktuell mit den GPT-5.6-Modellen und hat ein größeres Ökosystem an fertigen Custom GPTs. Die Datenschutzlage ist mit US-Servern und fehlender EU-Datenresidenz vergleichbar schwierig.
  • Claude: Hat in den Bezahltarifen mit Opus 5 und Sonnet 5 ebenfalls 1 Million Tokens Kontext und ist bei langen Verträgen und Analysen stark. Mit Claude Cowork kommt ein Agent für mehrstufige Büroaufgaben dazu. Eine Anbindung an Google Workspace in dieser Tiefe fehlt.
  • Mistral Vibe: Der europäische Gegenentwurf aus Paris unterliegt der DSGVO und nicht dem CLOUD Act der USA. Rund um Bild und Video hat Mistral Vibe weniger Funktionen. Der Prüfaufwand, den Gemini bei personenbezogenen Daten auslöst, entfällt dagegen.

Vorteile

  • Kontextfenster von 1 Million Tokens in Gemini 3.1 Pro
  • Tief in Gmail, Docs, Sheets und Drive eingebaut
  • Kostenloser Tarif mit Gemini 3.6 Flash, Deep Research und Gemini Notebook
  • Verarbeitet Text, Bild, Audio und Video im selben Modell
  • AI Plus im Juni 2026 von 7,99 auf 4,99 Euro gesenkt, Speicher auf 400 GB verdoppelt

Nachteile

  • Im privaten Zugang nicht DSGVO-konform, Server in den USA und kein Auftragsverarbeitungsvertrag
  • Unterhaltungen fließen ins Modelltraining, solange die Gemini-Apps-Aktivitäten eingeschaltet sind
  • Kein Self-Hosting möglich
  • Neue Funktionen starten zuerst in den USA und auf Englisch
  • Irreführende Modellnamen, das ältere 3.5 Flash gilt bei Google weiter als das stärkste Flash-Modell

Anwendungsgebiete

Recherche und ZusammenfassungenArbeiten in Gmail, Docs und SheetsLange Dokumente auswertenBild- und VideoanalyseCode-Generierung