Make: KI-Tool Test & Bewertung
Make (ehemals Integromat) verbindet über 3.000 Apps in einer visuellen Szenario-Oberfläche. Komplexe Verzweigungen, Filter und Fehlerbehandlung lassen sich als Flussdiagramm zusammenklicken, inklusive nativer KI-Module für OpenAI, Claude und weitere Dienste. Als tschechisches Unternehmen mit EU-Rechenzentren ist Make eine datenschutzfreundlichere Alternative zu US-basierten Plattformen wie Zapier.
Zuletzt aktualisiert: 14. März 2026
Wenn ein Auftrag ins CRM kommt, soll automatisch eine Slack-Nachricht raus, eine Aufgabe in der Projektverwaltung erstellt und eine Bestätigungs-Mail verschickt werden. Genau solche mehrstufigen Workflows baut man in Make zusammen, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Die visuelle Darstellung als Flussdiagramm macht auch komplexe Szenarien mit Verzweigungen und Fehlerbehandlung übersichtlich.
Wichtigste Funktionen
- Visueller Szenario-Builder: Workflows werden als Flussdiagramm dargestellt. Module verbinden Sie per Drag-and-Drop, Verzweigungen, Filter und Schleifen kommen per Klick hinzu. Sie sehen auf einen Blick, wie Daten von App zu App fließen und wo sie transformiert werden.
- Über 3.000 App-Integrationen: Von CRM-Systemen wie HubSpot und Salesforce über Buchhaltungstools bis hin zu Social-Media-Plattformen. Für Apps ohne native Integration gibt es HTTP-Module, mit denen Sie beliebige REST-APIs anbinden.
- Eingebaute KI-Module: Make bietet native Module für OpenAI, Claude und weitere KI-Dienste. Textzusammenfassungen, Klassifikationen, Übersetzungen oder Bildanalysen lassen sich damit direkt in Automatisierungen einbauen, ohne eigenen API-Code schreiben zu müssen.
- Fehlerbehandlung und Logik: Bedingte Pfade, Router, Schleifen und dedizierte Fehlerbehandlungsrouten lassen sich visuell konfigurieren. Damit können Sie auch Szenarien bauen, die bei Fehlern automatisch einen Fallback-Pfad einschlagen, statt still zu scheitern.
- Rollover-Credits: Nicht verbrauchte Credits aus dem aktuellen Monat werden in den nächsten Monat übertragen. Sie verlieren also kein Budget, wenn Sie einen Monat weniger automatisieren als gewöhnlich.
Preise und Tarife
Seit August 2025 rechnet Make in Credits statt in Operationen ab. Die meisten Aktionen kosten weiterhin 1 Credit pro Schritt, aber KI-Module und bestimmte erweiterte Features können mehr verbrauchen.
Der Free-Plan ist kostenlos und enthält 1.000 Credits pro Monat. Szenarien laufen im 15-Minuten-Intervall, was für einfache Automatisierungen ausreicht. Der Core-Plan startet bei $10,59 pro Monat (jährlich) beziehungsweise rund $29 bei monatlicher Zahlung. Er enthält 10.000 Credits, unbegrenzte aktive Szenarien, minutengenaue Planung und Zugang zur Make-API. Der Pro-Plan ab $18,82 pro Monat (jährlich) ergänzt priorisierte Ausführung, eigene Variablen, Volltext-Logsuche und erweiterte Fehlerbehandlung. Der Teams-Plan ab $34,12 pro Monat (jährlich) fügt Team-Zusammenarbeit mit rollenbasiertem Zugriff und Szenario-Vorlagen hinzu.
Für wen ist Make geeignet?
- Kleine und mittlere Unternehmen: Wer wiederkehrende Aufgaben wie Rechnungsverarbeitung, Lead-Erfassung oder Bestellbestätigungen automatisieren will, findet in Make ein zugängliches Werkzeug, auch ohne technisches Team. Der visuelle Builder hält auch für Nicht-Entwickler die Lernkurve flach.
- Marketing und Vertriebsteams: CRM-Automatisierungen, E-Mail-Sequenzen und Social-Media-Workflows lassen sich ohne Code zusammenbauen. Die KI-Module ermöglichen zusätzlich automatische Texterstellung, Lead-Bewertung oder Zusammenfassungen eingehender Nachrichten.
- Unternehmen mit Datenschutzanforderungen: Als tschechisches Unternehmen mit EU-Rechenzentren und verfügbarem Auftragsverarbeitungsvertrag ist Make datenschutzfreundlicher als US-Konkurrenten wie Zapier. Für Szenarien, die keine US-APIs einbinden, lassen sich der Datenfluss weitgehend in der EU halten.
DSGVO und Datenschutz
Make hat seinen Sitz in Prag (Tschechien) und betreibt Rechenzentren in der EU. Die Plattform bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag an und ist DSGVO-konform nutzbar. Wichtig: Die Daten fließen trotzdem durch die angebundenen Drittdienste. Nutzt Sie OpenAI- oder Google-Module, verlassen diese Daten die EU. Was in der EU bleibt, hängt also von den Apps ab, die Sie in Ihren Szenarien verwenden. Self-Hosting ist nicht möglich.
Alternativen zu Make
- n8n: Open-Source-Alternative mit Self-Hosting-Option. Ideal, wenn Sie die volle Kontrolle über Ihre Automatisierungsinfrastruktur benötigen oder Vendor-Lock-in vermeiden möchten.
- Zapier: Marktführer mit dem größten App-Katalog und dem einfachsten Einstieg. Teurer als Make und weniger flexibel bei komplexen Workflows mit Verzweigungen.
- Activepieces: Open-Source-Plattform mit modernem Interface und Self-Hosting-Möglichkeit. Gute kostenlose Alternative für einfachere Automatisierungen.
Vorteile
- Über 3.000 App-Integrationen
- EU-Unternehmen (Tschechien) mit EU-Rechenzentren
- Visueller Szenario-Builder für komplexe Workflows mit Verzweigungen
- Eingebaute KI-Module für OpenAI, Claude und andere Dienste
Nachteile
- Kein Self-Hosting möglich, kein Open Source
- Credit-System seit August 2025 weniger transparent als vorher
- Kostenlose Version mit 15-Minuten-Intervall zwischen Szenario-Läufen