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Hosting & Cloud

LLMBase im Test

LLMBase ist ein Angebot der Eyloo GmbH aus Montabaur, das große Open-Weight-Modelle wie Kimi K3, GLM 5.2, DeepSeek V4 und Qwen über eine OpenAI-kompatible API erreichbar macht. Die Inferenz-API führt ausschließlich offene Modelle, die der Anbieter nach eigenen Angaben selbst in europäischen Rechenzentren betreibt. Die proprietären Modelle von OpenAI, Anthropic und Google sind auf die Chat-Oberfläche beschränkt und über die API nicht abrufbar.

3,5 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Chat kostenlos bis 199 Euro pro Monat, Business 25 Euro je Sitz, API nach Verbrauch ab 0,06 Euro je Mio. Input-Tokens, alle Beträge netto
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wer Kimi K3 oder GLM 5.2 in einer eigenen Anwendung nutzen will, landet schnell bei OpenRouter oder direkt bei den chinesischen Anbietern. LLMBase ist einer der wenigen Wege, dieselben Modelle über eine deutsche Firma und Rechenzentren in Europa zu beziehen. Das kostet einen Aufschlag. Für GLM 5.2 verlangt LLMBase 1,20 Euro je Million Input-Tokens, OpenRouter vermittelt dasselbe Modell für 0,65 Euro.

Wichtigste Funktionen

  • Inferenz-API mit 14 offenen Modellen: Im Katalog stehen Kimi K3, Kimi K2.7 Code und Kimi K2.6, GLM 5.2, DeepSeek V4 Pro und Flash, MiniMax M3, Qwen 3.5 397B, Qwen 3.6 35B, ein Vision-Modell von Qwen für Bildinhalte und ein Embedding-Modell für die Suche in eigenen Texten, gpt-oss in 2 Größen sowie FLUX 2 Klein für Bilder. Llama 4 und Mistral Small, die früher im Angebot waren, führt der Katalog nicht mehr.
  • Preise je Modell öffentlich dokumentiert: Unter llmbase.ai/docs/inference/models/ steht zu jedem Modell der Preis je Million Input- und Output-Tokens, dazu ein günstigerer Satz für wiederholte Prompts aus dem Cache. Die Spanne reicht von gpt-oss-20b mit 0,06 Euro Input bis Kimi K3 mit 3,44 Euro.
  • Agenten über ein Monatsabo abrechnen: Coding-Agenten wie OpenClaw und Hermes bindest du über einen eigenen Schlüsseltyp an, die Nutzung rechnet LLMBase dann über das Pro-Abo ab. Bei täglichem Einsatz bleibt es bei 19 Euro im Monat, der Betrag steht vorher fest.
  • Chat-Oberfläche mit über 40 Modellen: Neben den offenen Modellen stehen dort Claude Opus 5, GPT-5.6 und Gemini bereit, dazu Websuche, Datei-Upload, PDF-Export, Arbeitsbereiche und Anbindungen an Gmail und Google Kalender. Über die API sind diese proprietären Modelle nicht erreichbar.
  • Dedizierte GPU-Endpunkte, bislang angekündigt: Für gleichmäßige Last wirbt LLMBase mit reservierten GPUs in Falkenstein und Helsinki ab 0,93 Euro je Stunde, ohne Token-Limit und mit 99,9 % Verfügbarkeitszusage. Die eigene Dokumentation führt das Angebot als "Coming soon" mit Zugang auf Anfrage, und die separat angebotenen GPU-Laufzeiten stehen auf der Preisseite durchgehend als nicht verfügbar.

Preise und Tarife

Die API läuft über vorab geladenes Guthaben in US-Dollar, LLMBase rechnet je Modell nach tatsächlichem Verbrauch ab. Am unteren Ende steht gpt-oss-20b mit 0,06 Euro (0,07 USD) je Million Input- und 0,17 Euro je Million Output-Tokens, am oberen Ende Kimi K3 mit 3,44 Euro (4,00 USD) und 15,48 Euro. Dazwischen kostet GLM 5.2 1,20 und 3,78 Euro, DeepSeek V4 Pro 1,55 und 3,10 Euro, MiniMax M3 0,34 und 1,20 Euro. Für wiederholte lange Prompts gilt der günstigere Cache-Satz, bei GLM 5.2 0,26 statt 1,20 Euro.

Bei OpenRouter kostet GLM 5.2 nur 0,65 Euro Input und 2,08 Euro Output, DeepSeek V4 Pro 0,37 und 0,75 Euro. Über LLMBase zahlst du bei GLM 5.2 also rund 84 % mehr, bei DeepSeek V4 Pro etwa das Vierfache. OpenRouter vermittelt allerdings an den jeweils günstigsten Anbieter weltweit, der Rechenort ist dort nicht festgelegt.

Die Chat-Oberfläche hat einen kostenlosen Einstieg mit kleinen Modellen. Starter kostet 9 Euro im Monat, Pro 19 Euro, Expert 99 Euro und Max 199 Euro, jeweils mit größerem Nutzungsbudget statt eines festen Anfragekontingents. Für Teams gibt es Business ab 2 Sitzen zu 25 Euro je Sitz und Monat mit Rollen, Einladungen und gemeinsamen Arbeitsbereichen. Reservierte GPUs rechnet LLMBase stündlich ab, ab 0,93 Euro; die früheren Monatspakete Small, Medium und Large hat der Anbieter von der Seite genommen.

Alle genannten Beträge sind Nettopreise. Die Zahlung läuft über Stripe, das die Umsatzsteuer beim Kauf aufschlägt und die Rechnung ausstellt.

Für wen ist LLMBase geeignet?

  • Entwicklungsteams mit Bedarf an offenen Frontier-Modellen: Kimi K3, GLM 5.2 und DeepSeek V4 beziehst du hier über einen deutschen Vertragspartner, ohne eigenes Konto bei Moonshot, Z.ai oder DeepSeek. Eine bestehende OpenAI-Integration braucht dafür nur eine neue Basis-URL und einen neuen Schlüssel.
  • Teams, die einen Coding-Agenten dauerhaft laufen lassen: Wer OpenClaw oder Hermes täglich nutzt, zahlt mit dem Pro-Abo 19 Euro im Monat statt eines schwankenden Token-Betrags. Bei Kimi K3 ist dieser Betrag nach rund 1,2 Millionen Output-Tokens erreicht, ein aktiver Agent kommt schnell dorthin.
  • Organisationen, die einen KI-Chat mit deutschem Vertragspartner suchen: Business kostet ab 2 Sitzen 25 Euro je Sitz und Monat, mit Rollen und gemeinsamen Arbeitsbereichen für das Team. Für Inhalte mit echtem Personenbezug taugt der Chat nur eingeschränkt, weil dort auch Modelle von OpenAI, Anthropic und Google angebunden sind.

DSGVO und Datenschutz

Vertragspartner ist die Eyloo GmbH, Im Hemchen 20 in 56410 Montabaur, eingetragen beim Amtsgericht Montabaur unter HRB 28282, vertreten durch Marius Bolik. Als Standorte nennt der Anbieter Falkenstein, Helsinki, Zürich und Amsterdam, die Datenschutzerklärung spricht von Deutschland, Finnland, der Schweiz und den Niederlanden. Welche Betreiber hinter diesen Rechenzentren stehen, nennt der Anbieter auf seiner Seite nicht. Die Schweiz liegt außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, für sie gilt ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, der ihr ein gleichwertiges Datenschutzniveau bescheinigt.

LLMBase verwendet Eingaben nicht zum Training, weder Prompts noch Dateien, Ausgaben oder API-Inhalte. Für die selbst betriebenen Modelle sagt die Datenschutzerklärung zu, dass der Anbieter die Anfrage nach der Antwort nicht aufbewahrt, sofern du keine Chat-Historie oder Ablage im Arbeitsbereich wählst. Betrieb auf dem eigenen Server ist nicht vorgesehen, LLMBase ist eine reine Cloud.

In den häufigen Fragen auf der Preisseite steht, dass der Verarbeitungsort vom gewählten Modell und der verfügbaren Infrastruktur abhängt und dass der europäische Betrieb von Anwendung und Schnittstelle nicht garantiert, dass jedes gewählte Modell in der EU gerechnet wird. Die Seite zur Inferenz-API nennt das Angebot an anderer Stelle "DSGVO-konform in der EU" und schränkt 2 Absätze weiter ein, dass die Modellverarbeitung davon abweichen kann.

Dazu kommt, dass der Auftragsverarbeitungsvertrag nicht öffentlich einsehbar ist. Er liegt nur Geschäftskunden vor, und allein dort steht auch die Liste der Unterauftragnehmer. Die externen Modellpfade benennt die Datenschutzerklärung nicht.

Für interne Texte, Code und Recherche über die Inferenz-API ist LLMBase eine brauchbare europäische Adresse mit deutschem Vertragspartner. Bei Personaldaten, Mandanteninhalten oder Gesundheitsdaten lässt du dir vor dem Einsatz den Auftragsverarbeitungsvertrag samt Unterauftragnehmerliste geben und klärst schriftlich, in welchem Land das von dir gewählte Modell gerechnet wird.

Alternativen zu LLMBase

  • TensorX: Irisches Team mit Rechenzentren in Dublin und Helsinki, ebenfalls offene Frontier-Modelle über eine OpenAI-kompatible API und meist günstiger pro Token. Dafür fehlen ein deutscher Vertragspartner und eine Chat-Oberfläche.
  • IONOS AI Model Hub: Deutscher Cloud-Anbieter mit OpenAI-kompatibler API und integrierter Vektor-Datenbank. Das Modellangebot ist kleiner und reicht nicht an Kimi K3 oder GLM 5.2 heran.
  • Hetzner: GPU-Server in Falkenstein und Helsinki zur eigenen Verwaltung. Deutlich günstiger je Rechenstunde, dafür setzt du Modell-Server und Schnittstelle selbst auf, und für ein Modell der Größe von Kimi K3 brauchst du mehrere H100.

Wofür LLMBase taugt

  • Inferenz-API führt nur offene Modelle, die LLMBase nach eigenen Angaben selbst in Europa betreibt
  • Kimi K3, GLM 5.2, DeepSeek V4 und MiniMax M3 ohne Umweg über einen US-Vermittler
  • Deutscher Vertragspartner Eyloo GmbH, Eingaben werden nicht zum Training genutzt
  • OpenAI-kompatibel, der Umstieg braucht nur Basis-URL und neuen Schlüssel
  • Chat-Tarife in Euro, monatlich kündbar, Agenten-Nutzung im Pro-Tarif enthalten

Wo es hakt

  • Der Anbieter schreibt selbst, dass der Verarbeitungsort je nach Modell abweichen kann
  • Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmerliste nur für Geschäftskunden, nicht öffentlich einsehbar
  • Token-Preise über denen von OpenRouter, bei GLM 5.2 rund 84 % mehr, bei DeepSeek V4 Pro das Vierfache
  • Dedizierte GPU-Endpunkte laut Dokumentation noch nicht selbst buchbar
  • Kein Betrieb auf dem eigenen Server, reine Cloud

Wofür es eingesetzt wird

Kimi K3, GLM 5.2 und DeepSeek V4 per API aus Europa nutzen · Bestehende OpenAI-Integration auf offene Modelle umstellen · Coding-Agenten wie OpenClaw oder Hermes über ein Monatsabo betreiben · KI-Chat für Teams mit deutschem Vertragspartner