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NocoBase im Test
NocoBase ist eine quelloffene Plattform für interne Business-Anwendungen wie CRM, ERP, Ticketing oder Projektmanagement. Der Builder trennt Datenmodell und Oberfläche, sodass Fachbereiche mehrere Ansichten auf dieselben Daten bauen. Seit Version 2.0 gehören KI-Mitarbeiter zur Plattform, die eigene Daten, Abläufe und Werkzeuge nutzen.
Stand 4. August 2026
| Preismodell | Freemium, Community kostenlos. Standard rund 688 Euro einmalig. Professional rund 6.880 Euro einmalig. Enterprise auf Anfrage. |
|---|---|
| Betriebsort | auf eigener Hardware |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | ja, Apache-2.0 |
Airtable und NocoDB reichen schnell nicht mehr, wenn aus einer Tabelle eine interne Fachanwendung werden soll. NocoBase bringt dafür Rollen, Freigaben, Formulare, Dashboards und Automatisierungen in eine selbst gehostete Plattform. Teams bauen Tabellen, Kanban-Ansichten, Kalender oder Masken auf denselben Datenbestand. Für eine einfache Kontaktliste ist das zu viel Aufwand, für interne Fachanwendungen mit eigenen Abläufen ist NocoBase eine ernsthafte Alternative zu proprietären Plattformen.
Wichtigste Funktionen
- Datenmodellgetriebener App-Builder: NocoBase trennt Datenstruktur und Benutzeroberfläche. Teams bauen für dieselbe Tabelle mehrere Ansichten, etwa Grid, Kanban, Kalender, Formular oder Galerie. Jede Ansicht zeigt andere Felder und passt damit zu unterschiedlichen Rollen.
- KI-Mitarbeiter in Version 2.0: NocoBase bindet KI-Mitarbeiter direkt in die Plattform ein. Sie greifen auf freigegebene Daten, Seitenblöcke, Dateien, Werkzeuge, Websuche und Abläufe zu. Das Sprachmodell wird konfiguriert, dadurch sind auch lokale Modelle möglich.
- Ablauf-Steuerung: NocoBase unterstützt Abläufe mit Auslösern, Bedingungen und Aktionen. Genehmigungen, Teilabläufe und Webhooks liegen laut Preisseite im Professional-Plan. Einfache Datenaktionen und Benachrichtigungen sind schon in der Community-Edition enthalten.
- Berechtigungen und Sicherheit: NocoBase steuert Zugriffe für Datenquellen, Felder, Routen und KI-Mitarbeiter. SSO, Feldverschlüsselung, Passwortregeln und vollständige Änderungshistorie gehören zum Professional-Plan. Audit-Logs und 2-Faktor-Anmeldung stehen im Enterprise-Plan.
- Plugin-Architektur: NocoBase ist aus Plugins aufgebaut. Eigene Erweiterungen entstehen in TypeScript und React. Seit dem Wechsel auf Apache-2.0 ist der Quellcode für kommerzielle Projekte leichter nutzbar, weil eigene Änderungen nicht automatisch offengelegt werden müssen.
Preise und Tarife
Die Community-Edition ist kostenlos und erlaubt unbegrenzte Anwendungen, Nutzer und Datenvolumen. Auch kommerzielle Nutzung ist laut FAQ kostenlos möglich, solange die Lizenzbedingungen eingehalten werden und das NocoBase-Branding sichtbar bleibt. Die Standard-Edition kostet einmalig rund 688 Euro und ergänzt eigenes Branding, externe Datenbanken wie MySQL und PostgreSQL als Datenquellen sowie größere Excel-Importe und Excel-Exporte. Die Professional-Edition kostet einmalig rund 6.880 Euro und richtet sich an Teams, die Anwendungen für Kunden bauen, SSO nutzen, Genehmigungen abbilden, erweiterte KI-Fähigkeiten brauchen oder mit Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen arbeiten. Enterprise wird individuell angeboten und ergänzt unter anderem Cluster-Betrieb, Audit-Logs, Oracle, ClickHouse und Doris als Datenquellen sowie 2-Faktor-Anmeldung. Alle Euro-Beträge sind netto umgerechnet, die Umsatzsteuer kommt je nach Kaufweg und Sitz des Käufers hinzu.
Für wen ist NocoBase geeignet?
- IT-Abteilungen mit internen Fachanwendungen: CRM, Ticketing, HR-Verwaltung oder Asset-Management laufen auf eigenen Servern. NocoBase passt, wenn Rollen, Berechtigungen und Abläufe wichtiger sind als eine schnelle Tabellenansicht.
- Agenturen und Software-Dienstleister: Die Professional-Edition erlaubt ausdrücklich Anwendungen für Kunden. Der Einmalkauf erleichtert die Projektkalkulation, wenn mehrere interne Anwendungen oder Kundenprojekte entstehen.
- Organisationen mit eigenen Datenschutzvorgaben: Kanzleien, Kliniken, öffentliche Stellen und produzierende Unternehmen betreiben NocoBase auf eigener Infrastruktur. Externe Sprachmodelle sollten sie nur anbinden, wenn Datenfluss, Vertrag und Modellanbieter geprüft sind.
DSGVO und Datenschutz
NocoBase ist für Betrieb auf dem eigenen Server ausgelegt. Serverstandort, Datenbank, Dateispeicher und Backups bestimmt der Betreiber selbst. Die Plattform sendet keine Daten an eine Hersteller-Cloud, solange keine externen Dienste angebunden werden. Für KI-Funktionen zählt die konkrete Modellkonfiguration. Mit lokalen Modellen verarbeitet auch die KI die Daten auf der eigenen Infrastruktur, bei ChatGPT, Claude, Gemini oder anderen externen Modellen braucht es eine eigene Datenschutzprüfung samt Vertrag und Datenfluss. Das DSGVO-Fazit ist deshalb positiv für selbst gehostete Installationen mit lokalem Modell oder geprüfter EU-Einrichtung. Die Verantwortung für Betrieb, Absicherung und Auftragsverarbeitung liegt beim Betreiber.
Alternativen zu NocoBase
- NocoDB: NocoDB ist schneller eingerichtet und eignet sich gut für Tabellenoberflächen auf bestehenden Datenbanken. NocoBase ist stärker, wenn Abläufe, Rollen und Fachanwendungen wichtiger sind.
- Budibase: Budibase verfolgt ebenfalls den Ansatz für interne Apps und Automatisierungen. NocoBase geht tiefer beim Datenmodell und bei Plugin-Erweiterungen, Budibase wirkt für einfache Oberflächen zugänglicher.
- Nextcloud: Nextcloud ist sinnvoll, wenn Dateien, Kalender, Kontakte und Office im Vordergrund stehen. NocoBase ist die passendere Wahl für eigene Business-Anwendungen mit Datenmodell, Masken und Freigabeprozessen.
Wofür NocoBase taugt
- Betrieb auf dem eigenen Server mit unbegrenzten Nutzern, Apps und Daten
- Einmalkauf statt Abo, auch für kommerzielle Nutzung kostenlos einsetzbar
- Plugin-Architektur, eigene Plugins in TypeScript und React entwickelbar
- KI-Mitarbeiter seit Version 2.0 direkt in die Plattform integriert
- Berechtigungen auf Feld, Route und Datensatz steuerbar
Wo es hakt
- Deutlich komplexer als Airtable oder NocoDB
- Weniger fertige Integrationen als etablierte Plattformen
- Kleinere Community als große Low-Code-Anbieter, trotz über 23.000 GitHub-Sternen
- Erweiterte Sicherheitsfunktionen liegen teils erst in Professional oder Enterprise
Wofür es eingesetzt wird
CRM- und ERP-Systeme · Ticketing und Helpdesk · Projektmanagement und Aufgabenverwaltung · Genehmigungsabläufe · Interne Business-Anwendungen mit KI-Mitarbeitern