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Nextcloud im Test
Nextcloud ist die bekannteste Open-Source-Plattform für selbst gehostete Cloud-Dienste. Über 400 Apps erweitern die Dateisynchronisation um Kalender, Kontakte, Mail, Videokonferenzen, Kanban-Boards und Office-Dokumente. Seit Hub 26 Spring verbindet der KI-Assistent Dateien, Mail, Aufgaben, Formulare und Deck-Boards über einen Context Agent.
Stand 4. August 2026
| Preismodell | Freemium, Community kostenlos / Enterprise ab 71,29 Euro/Nutzer/Jahr, ab 100 Nutzer |
|---|---|
| Betriebsort | auf eigener Hardware |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | ja, AGPLv3 |
Nextcloud passt zu Organisationen, die Dateiablage, Kalender und Zusammenarbeit selbst betreiben wollen. Dafür braucht es technischen Betrieb. Mit einem Administrator oder einem Hoster, der Nextcloud betreut, entsteht eine breite Plattform statt einer Sammlung einzelner Spezialwerkzeuge.
Wichtigste Funktionen
- Dateisynchronisation und Freigaben: Dateien werden über Desktop-Client, mobile App und Weboberfläche synchronisiert und geteilt. WebDAV, externe Speicher wie S3 oder SFTP und Versionierung sind enthalten.
- Nextcloud Office und Euro-Office: Dokumente, Tabellen und Präsentationen können direkt im Browser bearbeitet werden. Neben Collabora Online steht seit Hub 26 Spring auch Euro-Office als europäische Open-Source-Office-Suite bereit.
- Nextcloud Talk: Videokonferenzen, Bildschirmfreigabe und Chat laufen in derselben Umgebung wie Dateien und Kalender. Ein Team braucht dadurch nur noch die Nextcloud-Instanz für diesen Teil der Zusammenarbeit.
- KI-Assistent mit Context Agent: Der Assistent bezieht über die zentrale Suche Inhalte aus Dateien, E-Mails, Aufgaben, Formularen und Deck-Boards ein. Eigene KI-Backends sind möglich, im Enterprise-Paket gehört der Assistent zum Ultimate-Plan.
- Zusammenarbeit über Apps: Deck, Collectives, Tables und Whiteboard ergänzen die Dateiablage um Kanban-Boards, Wikis, einfache Datenbanken und gemeinsame Arbeitsflächen. Federation verbindet ausgewählte Inhalte über mehrere Nextcloud-Instanzen hinweg.
Preise und Tarife
Die Community-Edition ist kostenlos und vollständig selbst hostbar. Kosten entstehen trotzdem für Server, Wartung, Backups und bei Bedarf für ein KI-Backend. Enterprise-Support von Nextcloud GmbH startet im Standard-Plan bei 71,29 Euro pro Nutzer und Jahr, jeweils ab 100 Nutzern. Der Premium-Plan kostet 104,99 Euro pro Nutzer und Jahr und ergänzt längeren Support und Microsoft-Office-Integration. Der Ultimate-Plan kostet 204,75 Euro pro Nutzer und Jahr und enthält den Nextcloud Assistant, Exchange- und Teams-Integration sowie kürzere Reaktionszeiten. Für Nextcloud Talk gibt es einen separaten Plan ab 42 Euro pro Nutzer und Jahr. Die genannten Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt je nach Rechnungsadresse hinzu.
Für wen ist Nextcloud geeignet?
- Mittelständler mit eigenem IT-Betrieb: Wer Google Workspace oder Microsoft 365 ersetzen will, bekommt Dateien, Kalender, Kontakte, Mail, Video und Office in einer selbst gehosteten Plattform.
- Behörden, Kanzleien und Kliniken: Nextcloud eignet sich, wenn Serverstandort, Zugriffsrechte und KI-Anbindung intern oder bei einem ausgewählten europäischen Hoster kontrolliert werden müssen.
- Teams mit vielen Kollaborationswerkzeugen: Deck, Collectives, Tables und Talk ersetzen mehrere kleine Werkzeuge. Das lohnt sich besonders, wenn die Zusammenarbeit eng an Dokumenten hängt.
DSGVO und Datenschutz
Nextcloud ist eine selbst gehostete Plattform der Nextcloud GmbH aus Stuttgart. Der Betreiber legt selbst fest, ob die Instanz im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hoster läuft. Nextcloud nennt den Assistenten ausdrücklich privat und lokal; bei lokaler Konfiguration nutzt Nextcloud die Daten nicht zum Training fremder Modelle. Für externe KI-Backends, Hoster oder Integrationen braucht der Betreiber eigene Verträge und eine eigene Prüfung. Richtig eingerichtet auf dem eigenen Server und mit passendem Auftragsverarbeitungsvertrag ist Nextcloud für hohe DSGVO-Anforderungen geeignet.
Alternativen zu Nextcloud
- Seafile: Besser, wenn schnelle und stabile Dateisynchronisation wichtiger ist als Groupware, Office und Apps.
- Paperless-ngx: Deckt allein Dokumentenmanagement ab, mit OCR und automatischer Ablage. Gut als Ergänzung zu Nextcloud, nicht als Ersatz.
Wofür Nextcloud taugt
- Sammlung von über 400 Apps
- Dateien, Kalender, Kontakte, Mail und Videokonferenzen in einer Plattform
- Euro-Office und Context-Agent-KI seit Hub 26 Spring
- Aktive Entwicklung, über 36.000 GitHub-Sterne
Wo es hakt
- Dateisynchronisation langsamer als bei Werkzeugen, die nur synchronisieren, etwa Seafile
- Bei sehr großen Dateibeständen können Leistungsprobleme auftreten
- Einrichtung und Wartung erfordern Linux-Kenntnisse
- KI-Assistent im Enterprise nur im Ultimate-Plan enthalten
Wofür es eingesetzt wird
Selbst gehostete Cloud-Plattform · DSGVO-konforme Zusammenarbeit · Kalender, Kontakte und Mail · Online-Office mit Collabora oder Euro-Office · KI-gestützte Dokumentensuche