Hetzner: KI-Tool Test & Bewertung
Hetzner Online ist seit 1997 der Preis-Leistungs-Benchmark für Cloud-Server in Europa. Mit GPU-Servern für KI-Inferenz und Training, S3-kompatiblem Object Storage, vollständiger Terraform- und CLI-Unterstützung und Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und Finnland bietet Hetzner eine DSGVO-konforme Alternative zu AWS und Azure, zum Bruchteil der Kosten.
Zuletzt aktualisiert: 7. Juni 2026
Wer KI-Modelle in Europa hosten will, ohne ein Vielfaches der US-Hyperscaler-Preise zu zahlen, landet schnell bei Hetzner. Das Unternehmen aus Gunzenhausen (Bayern) betreibt seit 1997 eigene Rechenzentren in Deutschland und Finnland und bietet neben klassischen Cloud-Servern auch GPU-Server für KI-Inferenz und Training an. Die Preise liegen dabei deutlich unter AWS und Azure, bei voller DSGVO-Konformität.
Wichtigste Funktionen
- Hetzner Cloud: VPS-Server in zwei Varianten: CX-Reihe mit geteilten vCPUs für kleinere Workloads und CCX-Reihe mit dedizierten vCPUs für Produktionsanwendungen. Verwaltbar per Web-Interface, REST-API, hcloud-CLI oder Terraform. Inklusive Firewalls, Load Balancer, private Netzwerke, Block Storage Volumes und Snapshots. Abrechnung stündlich oder monatlich, keine Mindestlaufzeit.
- GPU-Server für KI: Der GEX44 (NVIDIA RTX 4000 SFF Ada Generation, 20 GB GDDR6 VRAM, 306,8 TFLOPS Tensor-Performance, Intel Core i5-13500, 64 GB DDR4 RAM) eignet sich für Inferenz mit mittleren Open-Source-Modellen. Der GEX131 (NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q, 96 GB GDDR7 ECC VRAM, 3.511 TFLOPS Tensor-Performance, Intel Xeon Gold 5412U, 256 GB DDR5 ECC RAM) deckt intensive Trainings-Workloads und große Modelle ab. Beide GPU-Server sind auch stundenweise buchbar.
- Object Storage: S3-kompatibel, in europäischen Rechenzentren. Geeignet für Modellgewichte, Trainingsdaten oder Backups. Integration mit allen gängigen S3-Clients (boto3, rclone, mc). Preise ca. 5 €/TB/Monat inklusive 1 TB Egress.
- Serverbörse: Ältere Dedicated-Server-Modelle werden im Dutch-Auction-Verfahren (Preis sinkt über Zeit) günstig vermietet, ab ca. 39 €/Monat. Ideal für Dauerbetrieb rechenintensiver Anwendungen mit niedrigem Budget.
- API und DevOps: hcloud-CLI (
brew install hcloud), offizieller Terraform-Provider und Community-Kubernetes-Integrationen wie hetzner-k3s. Hetzner ist API-first und in moderne Infrastructure-as-Code-Toolchains gut eingebunden. - Hetzner Robot: Control-Panel für Dedicated Server, Storage Boxes und Colocation, mit Standalone-Verwaltung unabhängig von der Cloud-Oberfläche.
Preise und Tarife
Zum 1. April 2026 hat Hetzner die Preise für Cloud- und Dedicated-Server um bis zu 37 Prozent erhöht. Hetzner begründet das mit gestiegenen Hardware-Kosten, insbesondere DRAM-Preisen, die durch den globalen Nachfrageanstieg nach KI-Infrastruktur stark gestiegen sind. Die neuen Preise gelten für Neu- und Bestandskunden.
Die Abrechnung läuft stündlich, gedeckelt auf einen Monatspreis. Wer einen Server den ganzen Monat laufen lässt, zahlt automatisch den günstigeren Monatspreis, Stundenkosten und Monatspreis kommen also nicht zusammen. Der Cloud-VPS CX22 (2 vCPU, 4 GB RAM, 40 GB SSD) kostet ab 4,49 €/Monat, der CAX11 mit Ampere ARM64-vCPUs (2 vCPU, 4 GB RAM) ebenfalls ab 4,49 €/Monat und arbeitet sehr energieeffizient. Der GEX44 GPU-Server liegt bei 184 €/Monat plus 79 € einmalige Einrichtung, der GEX131 ab 889 €/Monat, beide auch stundenweise buchbar, etwa für ein paar Stunden Training ohne Monatsbindung. Object Storage bleibt bei ca. 5 €/TB/Monat.
Zum Vergleich: Ein AWS EC2 mit vergleichbarer Leistung zum mittleren Hetzner-VPS kostet 5 bis 10 Mal mehr. Auch nach der Preiserhöhung ist Hetzner deutlich günstiger als US-Hyperscaler, besonders für GPU-Rechenleistung unter DSGVO-Bedingungen.
Für wen ist Hetzner geeignet?
- Entwickler und DevOps-Teams: Wer Linux, Docker und Kommandozeile beherrscht, bekommt bei Hetzner das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt. API-First-Ansatz, Terraform-Provider und hcloud-CLI machen Hetzner zur ersten Wahl für alle, die Infrastruktur als Code verwalten wollen.
- KI-Projekte mit DSGVO-Anforderungen: GPU-Server in deutschen Rechenzentren, S3-kompatibles Object Storage für Modellgewichte und VPS für Inferenz-Backends. Wer europäische KI-Infrastruktur zu Kosten betreiben will, die sich realistisch anfühlen, kommt an Hetzner kaum vorbei.
- Agenturen und Freelancer mit mehreren Kundenprojekten: Serverbörse und günstige Dedicated Server machen es möglich, einen kompletten Stack aus Docker, n8n, Open WebUI und Paperless-ngx für 60 bis 100 €/Monat zu betreiben.
DSGVO und Datenschutz
Hetzner ist ein deutsches Unternehmen ohne US-Mutterkonzern. Die europäischen Rechenzentren liegen in Falkenstein (Sachsen), Nürnberg und Helsinki. Zusätzlich betreibt Hetzner Standorte in den USA (Ashburn und Hillsboro), die für DSGVO-sensible Workloads nicht gewählt werden sollten. Bei konsequenter Nutzung der EU-Standorte und eigener Datenhaltung ist DSGVO-Konformität gegeben. Hetzner bietet Auftragsverarbeitungsverträge an. Die Rechenzentren sind ISO-27001-zertifiziert und laufen laut Hetzner zu 100 Prozent mit Ökostrom.
Alternativen zu Hetzner
- Mittwald: Wenn Sie Managed Hosting mit Agentur-Tooling, White-Label-Kundencenter und AI Hosting auf einer Plattform brauchen. Deutlich teurer als Hetzner, dafür erheblich weniger Eigenaufwand bei Betrieb und Wartung.
- Infomaniak: Schweizer Anbieter mit ähnlicher DSGVO-Ausrichtung, eigenem KI-Angebot und Fokus auf Datenschutz. Teurer als Hetzner, aber mit mehr Managed-Services und europäischem Fokus ohne US-Standorte.
- Netcup: Ebenfalls deutsches Rechenzentrum und ähnliche Preisklasse wie Hetzner, aber mit weniger GPU-Angeboten, schwächerer API und kleinerem Community-Ökosystem.
Vorteile
- 4 bis 10× günstiger als AWS oder Azure bei vergleichbarer oder besserer Performance
- GPU-Server für KI: GEX44 (RTX 4000 Ada, 20 GB VRAM) und GEX131 (RTX PRO 6000 Blackwell, 96 GB GDDR7 ECC)
- Deutsches Unternehmen, Rechenzentren nur in Deutschland und Finnland, DSGVO-konform
- Vollständige API, hcloud-CLI und offizieller Terraform-Provider
- S3-kompatibles Object Storage für Datensätze und Modellgewichte
- Serverbörse mit günstigen Dedicated Servern im Dutch-Auction-Verfahren
Nachteile
- Kein Managed Hosting, kein Agentur-Tooling (mehr Do-it-yourself als Mittwald)
- Kein managed Database, Redis oder Elasticsearch, alles selbst installieren und warten
- Support per E-Mail mit 1 bis 2 Tagen Wartezeit, kein Telefon-Support
- GPU-Server oft ausgebucht, begrenzte Verfügbarkeit
- Kein eigenes CDN, kein SOC 2 oder HIPAA (nur ISO 27001 für Rechenzentren)