T-Systems AI Foundation Services: KI-Tool Test & Bewertung
T-Systems AI Foundation Services ist die KI-Plattform der Deutschen Telekom. Über die Open Telekom Cloud werden Sprachmodelle bereitgestellt, darunter Open-Source-Modelle (Llama 3.3, Mistral, DeepSeek R1, Qwen) und proprietäre Modelle (GPT-4o, Claude). Alle Modelle laufen im Telekom-Rechenzentrum Deutschland. Die Plattform bietet LLM-Inferenz, Fine-Tuning, RAG und SmartChat als fertige Chat-Oberfläche.
Zuletzt aktualisiert: 1. April 2026
T-Systems ist die IT-Tochter der Deutschen Telekom und betreibt seit 2024 eine KI-Plattform, die LLMs aus deutschen Rechenzentren bereitstellt. Das Besondere: Neben Open-Source-Modellen wie Llama und Mistral werden auch proprietäre Modelle wie GPT-4o und Claude über die gleiche Plattform angeboten, gehostet in Deutschland, ohne direkten Vertrag mit OpenAI oder Anthropic. Im Februar 2026 wurde die “Industrial AI Cloud” in München eröffnet: rund 10.000 NVIDIA-Beschleuniger mit 0,5 Exaflops Rechenleistung.
Wichtigste Funktionen
- LLM Hub: Zugang zu Modellen per OpenAI-kompatibler API, darunter Llama 3.3, Mistral, DeepSeek R1, Qwen, GPT-4o, Claude Sonnet und Embedding-Modelle. Neue Modelle werden laufend ergänzt, zuletzt Claude 4 Sonnet und GPT-4.1.
- Fine-Tuning: Eigene Modelle mit eigenen Daten trainieren, komplett auf T-Systems-Infrastruktur. Die Daten verlassen Deutschland nicht.
- SmartChat: Fertige Chat-Oberfläche mit Dokument-Upload und RAG-Funktionalität, nutzbar ohne API-Kenntnisse.
- RAG-Service: Managed Retrieval-Augmented Generation als monatliche Flatrate, abhängig von Nutzerzahl und Speicherbedarf.
Preise und Tarife
T-Systems bietet zwei Tarife für LLM-Inferenz: Den Basic-Tarif als Einstieg mit niedrigeren Rate-Limits und den Standard-Tarif mit höheren Limits für produktive Anwendungen. Der RAG-Service wird als monatliche Flatrate abgerechnet, abhängig von Nutzerzahl und genutztem Speicher. Konkrete Token-Preise sind nur nach Registrierung im Portal oder über den Vertrieb einsehbar. Für kleinere Unternehmen kann das eine Hürde sein: Der Einstieg läuft typischerweise über ein Vertriebsgespräch.
Für wen ist T-Systems AI geeignet?
- Unternehmen: Organisationen, die GPT-4o oder Claude nutzen wollen, aber keinen direkten Vertrag mit US-Anbietern eingehen dürfen oder wollen.
- Regulierte Branchen: Banken, Versicherungen, Behörden und Gesundheitswesen, wo EU-Datensouveränität keine Option, sondern Pflicht ist.
- Unternehmen mit Fine-Tuning-Bedarf: Wer eigene Modelle auf eigenen Daten trainieren möchte, ohne eine eigene GPU-Infrastruktur aufzubauen.
DSGVO und Datenschutz
T-Systems unterliegt als Tochter der Deutschen Telekom dem deutschen Recht. Die KI-Plattform läuft auf der Open Telekom Cloud in deutschen Rechenzentren. Alle Daten bleiben in der EU, ein US-Cloud-Act-Zugriff ist ausgeschlossen. Die Infrastruktur ist ISO 27001 und SOC 2 Type II zertifiziert. Für Enterprise-Kunden bietet T-Systems individuelle Auftragsverarbeitungsverträge (AVV). Damit ist T-Systems AI Foundation Services eine der wenigen Optionen, mit der auch GPT-4o und Claude unter vollständiger EU-Datensouveränität genutzt werden können.
Alternativen zu T-Systems AI
- IONOS AI Model Hub: Einfacherer Einstieg für Unternehmen, ebenfalls deutsches Rechenzentrum, aber nur Open-Source-Modelle.
- Infomaniak AI Tools: Schweizer Alternative, sehr günstig, gut für den Einstieg.
- Hetzner: Eigene GPU-Server in Deutschland, wenn volle Infrastruktur-Kontrolle gefragt ist.
Vorteile
- Open-Source- und proprietäre Modelle (GPT-4o, Claude) aus Deutschland
- Telekom-Rechenzentrum Deutschland, kein US Cloud Act
- Fine-Tuning-API: eigene Modelle auf T-Systems-Infrastruktur trainieren
- SmartChat: fertige Chat-Oberfläche mit Dokument-Upload und RAG
- OpenAI-kompatible API
- ISO 27001 zertifiziert, SOC 2 Type II
Nachteile
- Preise nicht öffentlich, Onboarding über Vertrieb nötig
- Eher auf größere Unternehmen ausgerichtet als auf kleine Betriebe
- Rate-Limits im Basic-Tarif relativ niedrig
- Weniger agil als kleinere Anbieter