ownCloud: KI-Tool Test & Bewertung
ownCloud bietet mit Infinite Scale (oCIS) eine komplett neu geschriebene Cloud-Speicher-Plattform in Go mit Microservice-Architektur. Das Spaces-Konzept organisiert Dateien projektbasiert statt in einem großen Dateibaum. Die ownCloud GmbH sitzt in Nürnberg und gehört seit Ende 2023 zum US-Unternehmen Kiteworks.
Zuletzt aktualisiert: 14. März 2026
ownCloud hat eine bewegte Geschichte. 2010 als eines der ersten Open-Source-Cloud-Projekte gestartet, spaltete sich 2016 ein Teil des Teams ab und gründete Nextcloud. Ende 2023 wurde die ownCloud GmbH vom US-Unternehmen Kiteworks übernommen. Mit Infinite Scale (oCIS) hat das Unternehmen die technische Basis komplett erneuert und setzen jetzt auf eine in Go geschriebene Microservice-Architektur, die deutlich ressourcenschonender ist als die alte PHP-Version.
Wichtigste Funktionen
- Infinite Scale (oCIS): Die neue Architektur ist in Go geschrieben und startet als einzelne Binary. Horizontal skalierbar, deutlich schneller als die PHP-Vorgänger und in der Praxis wesentlich ressourcenschonender.
- Spaces: Dateien werden nicht in einem großen Dateibaum pro Nutzer organisiert, sondern in Spaces, vergleichbar mit Team-Ordnern oder Projektbereichen. Jeder Space hat eigene Berechtigungen, Quoten und Mitglieder.
- Web-Office-Integration: Collabora Online und OnlyOffice lassen sich einbinden, sodass Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente direkt im Browser bearbeitet werden können.
- Enterprise-Integration: LDAP, SAML/SSO, Audit-Logs und rollenbasierte Zugriffssteuerung machen ownCloud besonders für Unternehmen mit bestehender IT-Infrastruktur interessant.
- Desktop- und Mobile-Clients: Clients für Windows, macOS, Linux, iOS und Android synchronisieren Dateien mit dem Server.
Preise und Tarife
Die Community Edition ist kostenlos und kann auf eigener Infrastruktur betrieben werden. Der Quellcode steht unter der Apache-2.0-Lizenz, die vorkompilierten Binaries von Kiteworks unterliegen jedoch einer eigenen Freemium-Lizenz.
ownCloud Online bietet zwei verwaltete Cloud-Varianten: Für Einzelnutzer (1 bis 4 Personen) kostet der Plan 15 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung (18 Euro monatlich). Enthalten sind 500 GB Speicher. Das Teams-Paket ab 5 Nutzern kostet 13 Euro pro Nutzer und Monat jährlich (16 Euro monatlich) und bietet mindestens 1 TB Speicher zuzüglich 200 GB pro weiterem Nutzer. Optionales Cloud-Office (Collabora) kostet 4 Euro pro Nutzer und Monat extra.
Enterprise-Pläne (ab 25 Nutzer) für On-Premises-Betrieb werden auf Anfrage angeboten und richten sich nach Volumen und Supportbedarf.
Für wen ist ownCloud geeignet?
- Unternehmen mit Enterprise-Anforderungen: LDAP-Integration, SSO, Audit-Trails und granulare Berechtigungen sind bei ownCloud besonders ausgereift.
- IT-Abteilungen mit modernem Stack: Wer die PHP-basierten Lösungen als zu ressourcenhungrig empfindet, bekommt mit Infinite Scale eine leichtgewichtige Alternative.
- Teams, die projektbasiert arbeiten: Das Spaces-Konzept bildet Projektstrukturen besser ab als ein klassischer Dateibaum.
DSGVO und Datenschutz
ownCloud Community läuft vollständig auf dem eigenen Server, alle Daten bleiben dort, wo Sie sie ablegen. ownCloud Online wird in Deutschland gehostet, was DSGVO-konforme Verarbeitung ermöglicht. Der Quellcode von Infinite Scale steht unter der Apache-2.0-Lizenz, allerdings unterliegen die offiziellen Binaries der Kiteworks-Freemium-Lizenz. Wer maximale Unabhängigkeit von Kiteworks sucht, kann den Open-Source-Fork OpenCloud in Betracht ziehen, der von früheren ownCloud-Entwicklern weitergeführt wird.
Alternativen zu ownCloud
Vorteile
- Infinite Scale: moderne Go-Architektur, sehr schnell und ressourcenschonend
- Spaces-Konzept für projektbasierte Dateiablage
- Starke Enterprise-Features (LDAP, SAML, Audit-Logs)
- Web-basiertes Office (Collabora/OnlyOffice) integrierbar
Nachteile
- Kleineres App-Ökosystem als Nextcloud
- Kein Kalender, keine Kontakte, keine Mail (reiner Dateifokus)
- Community kleiner als bei Nextcloud
- Seit 2023 im Besitz von Kiteworks (US), Zukunft der Open-Source-Strategie unklar