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KI-Agenten

Mastra im Test

Mastra ist ein quelloffener TypeScript-Baukasten, mit dem Entwickler KI-Agenten, Abläufe und KI-Anwendungen bauen, testen und betreiben. Das Projekt stammt vom Team hinter Gatsby und bündelt Agenten, Arbeitsspeicher, RAG, Qualitätstests, Laufzeitbeobachtung und Cloud-Betrieb in einem Werkzeugkasten.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Baukasten kostenlos, Mastra Platform Starter 0 Euro, Teams rund 215 Euro pro Monat, Enterprise individuell
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, Apache-2.0

Mastra passt zu Teams, die KI-Agenten in eine bestehende TypeScript-Codebasis einbauen wollen. Agenten, Werkzeuge, Abläufe und Betrieb bleiben nah an Node.js und Next.js, statt als zusätzliche Python-Plattform neben der Webanwendung zu stehen. Das Repository wird aktiv gepflegt und lag am 04.08.2026 bei über 26.000 GitHub-Sternen.

Wichtigste Funktionen

  • Agenten mit Werkzeugen: Mastra-Agenten verbinden ein Sprachmodell mit Anweisungen, Werkzeugen und Memory, also gespeichertem Kontext aus früheren Schritten. Sie rufen Funktionen auf, prüfen Zwischenergebnisse und arbeiten mehrstufige Aufgaben ab.
  • Abläufe mit festen Schritten: Graphbasierte Abläufe legen Schritte, Verzweigungen und Typen fest. Das passt für Prozesse, bei denen ein Agent nicht frei entscheiden soll, etwa Freigaben, Stapelverarbeitung oder geplante Datenabgleiche.
  • Memory und RAG: Mastra speichert Gesprächskontext, Anwendungszustand und Dokumentenbezüge. Für RAG, also Antworten auf Basis eigener Dokumente, gibt es Bausteine für Texteinbettungen, Textabschnitte und Vektordatenbanken wie pgvector oder Pinecone.
  • Model Router und MCP: Der Model Router spricht mehrere KI-Anbieter über eine einheitliche Schnittstelle an. Das Model Context Protocol, kurz MCP, bindet externe Werkzeuge und Datenquellen an und funktioniert in Mastra als Client und Server.
  • Oberfläche, Qualitätsmessung und Betriebsüberwachung: Mastra Studio, die mitgelieferte Oberfläche, zeigt jeden Agentenlauf mit seinen einzelnen Schritten, dem Token-Verbrauch, der Laufzeit und den Kosten. Daneben stehen Evals, also Bewertungsregeln, die eine Antwort automatisch prüfen, damit eine Änderung an der Anweisung oder am Modell die Qualität nicht unbemerkt senkt.
  • Betrieb in der Cloud und auf eigener Infrastruktur: Projekte können auf eigenen Servern oder über die Mastra Platform laufen. Die Preisseite nennt außerdem serverlosen Betrieb, dauerhaft laufende Server und eine Enterprise-Option für den Betrieb in der eigenen VPC, also in einer isolierten Cloud-Umgebung des Kunden.

Preise und Tarife

Der Baukasten ist im Kern kostenlos nutzbar, weil Mastra den offenen Teil unter Apache-2.0 veröffentlicht. Laufende Kosten entstehen durch Hosting, Datenbanken, Vektorspeicher und die angebundenen KI-Modelle. Die Mastra Platform hat einen Starter-Tarif für 0 Euro pro Monat mit 100.000 aufgezeichneten Vorgängen, 24 CPU-Stunden, 15 Tagen Datenaufbewahrung und unbegrenzten Nutzern, ausgerollten Anwendungen und Projekten. Danach kosten weitere 100.000 Events rund 8,60 Euro, zusätzliche CPU-Zeit rund 0,30 Euro pro Stunde und ein dauerhaft laufender Server rund 86 Euro pro Projekt. Der Teams-Tarif kostet rund 215 Euro pro Monat und enthält 1 Million Events, 250 CPU-Stunden, 6 Monate Aufbewahrung, mehrere Teams, Single Sign-on und SOC-2-Unterlagen für Sicherheits- und Kontrollnachweise. Enterprise und die selbst gehosteten Funktionen für große Häuser werden individuell angeboten, der Code im Verzeichnis ee steht jedoch unter einer separaten Lizenz. Die genannten Beträge sind Nettowerte, zu denen je nach Rechnung die Umsatzsteuer hinzukommt.

Für wen ist Mastra geeignet?

  • TypeScript- und Next.js-Entwicklerteams: Wer ohnehin mit JavaScript und TypeScript arbeitet, baut Agenten ohne Sprachwechsel. Das senkt die Reibung zwischen Produktcode, Backend und KI-Logik.
  • Softwarefirmen mit KI-Funktionen im eigenen Produkt: Mastra integriert Agenten direkt in Node.js-Dienste. So gehören Agenten zur Anwendung und brauchen keinen separaten Dienst mit eigener Programmiersprache.
  • Teams mit produktiv betriebenen Agenten: Die Bewertungsregeln, der nachvollziehbare Weg jeder Anfrage, die Protokolle und die Kostenanzeige halten den Betrieb übersichtlich, sobald der erste Prototyp fertig ist. Das ist relevant, wenn ein Agent Kundenanfragen, interne Prozesse oder wiederkehrende Datenabgleiche bearbeiten soll.

DSGVO und Datenschutz

Mastra kann auf eigener Infrastruktur oder bei einem europäischen Cloud-Anbieter laufen. In dieser Variante behältst du Code, Gesprächsgedächtnis, Ablaufprotokolle und Vektordatenbank in der eigenen Hand. Die KI-Inhalte gehen trotzdem an den gewählten Modellanbieter, wenn du OpenAI, Anthropic, Google oder einen anderen Cloud-Dienst anbindest. Für DSGVO-sensible Anwendungen brauchst du deshalb einen passenden Modellanbieter, einen Auftragsverarbeitungsvertrag und eine Prüfung möglicher Drittlandtransfers. Die Mastra Platform verarbeitet Betriebs- und Messdaten beim Anbieter, und die öffentlich sichtbare Dokumentation nennt keinen festen EU-Serverstandort und keinen einsehbaren Auftragsverarbeitungsvertrag. Deshalb führen wir Mastra hier nicht als DSGVO-konform. Wer höhere Anforderungen an den Datenschutz hat, betreibt Mastra auf eurer eigenen Hardware und bindet ein europäisches oder ein lokales Modell an.

Alternativen zu Mastra

  • CrewAI: CrewAI ist das verbreitete Gegenstück in Python und setzt stärker auf mehrere Agenten mit Rollen und Zielen. Mastra passt besser, wenn die Anwendung bereits in TypeScript entsteht.
  • Deep Agents: Deep Agents kommt aus dem LangChain-Umfeld und ist auf langlaufende Agenten fokussiert. Mastra deckt zusätzlich Abläufe, Studio, Betrieb und TypeScript-Integration ab.
  • LangFlow: LangFlow ist ein visueller Baukasten für Agenten und RAG-Flows. Das hilft bei Prototypen, während Mastra näher am Quellcode einer bestehenden Anwendung arbeitet.

Wofür Mastra taugt

  • TypeScript-nativer Baukasten für Node.js- und Next.js-Projekte
  • Agenten, Abläufe, gespeicherter Kontext, Antworten aus eigenen Dokumenten, Qualitätsmessung und Betriebsüberwachung in einem Werkzeugkasten
  • Mastra Platform mit Betrieb in der Cloud, Protokollen, Messwerten und dem Weg jeder einzelnen Anfrage
  • Model Router mit Zugriff auf ChatGPT, Claude, Gemini und weitere Anbieter über einen einheitlichen Aufruf

Wo es hakt

  • Nur TypeScript, für Python-orientierte ML-Teams ungeeignet
  • Braucht externe LLM-APIs oder eigene Modelle für die KI-Leistung
  • Enterprise-Code im Verzeichnis ee steht nicht unter Apache-2.0

Wofür es eingesetzt wird

KI-Agenten in TypeScript bauen und produktiv betreiben · Mehrstufige Abläufe mit gespeichertem Kontext umsetzen · KI-Funktionen in Node.js- und Next.js-Anwendungen einbauen · Antworten der Agenten messen und den Betrieb überwachen