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Coding & Dev

Replit im Test

Replit vereint Entwicklungsumgebung, KI-Agent und den Betrieb der fertigen Anwendung in einer Plattform, die vollständig im Browser läuft. Seit März 2026 arbeitet Agent 4 an mehreren Teilaufgaben gleichzeitig und erzeugt neben Web- und Mobile-Apps auch Foliensätze, Datenauswertungen und Animationen im selben Projekt. Für veröffentlichte Projekte steht die Region Europa zur Wahl, die Entwicklungsumgebung selbst läuft weiterhin in Nordamerika.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Starter kostenlos / Core rund 17,20 Euro (20 USD) pro Monat bei jährlicher Zahlung / Pro rund 81,70 Euro (95 USD) pro Monat für bis zu 15 Personen / Enterprise auf Anfrage
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Replit gehört zu den Werkzeugen, bei denen eine Anwendung aus einer Beschreibung in normaler Sprache entsteht. Unter der Chat-Oberfläche liegt eine Entwicklungsumgebung, in der du den erzeugten Code öffnest und weiter bearbeitest. Die fertige Anwendung läuft danach auf Replit-Servern, mit Datenbank, Benutzeranmeldung und eigener Adresse, ohne Installation auf einem Rechner im Unternehmen. Im März 2026 hat Replit unter Führung des Investors Georgian 400 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 9 Milliarden eingesammelt, das Geld fließt laut Ankündigung in den weiteren Ausbau des Agenten.

Wichtigste Funktionen

  • Agent 4: Die seit dem 11. März 2026 verfügbare Version zerlegt eine Anforderung in Teilaufgaben und arbeitet mehrere davon parallel ab, ein eigener Unteragent räumt Konflikte zwischen den Zwischenständen auf. Core erlaubt 2 gleichzeitige Aufgaben, Pro bis zu 10. Neben Web- und Mobile-Apps entstehen im selben Projekt auch Foliensätze, Datenauswertungen und Animationen.
  • Replit Design: Seit dem 31. Juli 2026 probierst du eine Oberfläche erst als Entwurf durch, bevor Code entsteht. Als Ausgangspunkt dienen eine bestehende Webadresse, eine Figma-Datei, ein Bildschirmfoto oder eine Vorlage aus der Mobbin-Bibliothek. Einen fertigen Entwurf übersetzt Replit im Core- oder Pro-Plan in eine laufende Anwendung.
  • Betrieb ist eingebaut: Benutzeranmeldung, Datenbank, Objektspeicher, SSL und eigene Domain gehören zur Plattform. Für ein veröffentlichtes Projekt wählst du die Region Europa (EU), dann liegen Rechenleistung, Datenbank und Objektspeicher zusammen in der EU.
  • Mobile Apps über Expo: Agent 4 baut aus einer Beschreibung eine App auf Basis von Expo, einem Baukasten für Smartphone-Apps, und du siehst sie sofort auf dem eigenen Telefon an. Für Apple führt Replit durch die Veröffentlichung, richtet die Zertifikate ein, baut in der Cloud und reicht bei App Store Connect ein. Die Prüfung übernimmt danach Apple selbst, für Google Play beschreibt die Dokumentation keinen vergleichbaren geführten Weg.
  • Modellstufen und Turbo: Pro Aufgabe wählst du die Modellstufe, Lite genügt für kleine Änderungen und Power ist für größere Umbauten gedacht, dazwischen liegt Economy für den Alltag. Innerhalb von Power schaltest du Turbo zu, das laut Dokumentation bis zu 2,5-mal schneller arbeitet und dabei das 6-Fache kostet. Turbo ist in Core und Pro ab Werk abgeschaltet, in Enterprise-Organisationen gibt die Administration es frei.
  • Anbindung an andere Dienste: Über Konnektoren erreicht der Agent Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Notion, Linear, Stripe und weitere Dienste. Seit Ende Juli 2026 kommen Supabase, Statsig und Calendly dazu. Offizielle MCP-Server, also Anschlüsse nach dem Standard für den Zugriff von KI-Werkzeugen auf fremde Dienste, melden sich beim Hinzufügen automatisch an, die Freigabe erteilst du im jeweiligen Dienst.

Preise und Tarife

Der Starter-Plan kostet nichts und umfasst ein tägliches Kontingent an Agent-Credits, ein veröffentlichtes Projekt und die eingebaute Datenbank. Core kostet rund 21,50 Euro im Monat (25 US-Dollar), bei jährlicher Zahlung rund 17,20 Euro (20 US-Dollar). Darin stecken monatliche Credits im Gegenwert von rund 21,50 Euro, Zugriff für bis zu 5 Personen und 2 gleichzeitig laufende Agent-Aufgaben.

Pro kostet rund 86 Euro im Monat (100 US-Dollar), jährlich rund 81,70 Euro (95 US-Dollar). Dafür gibt es Credits im Gegenwert von rund 86 Euro, Zugriff für bis zu 15 Personen, 50 reine Betrachter, 10 gleichzeitige Agent-Aufgaben und eine Datenbank-Rücksetzung über 28 Tage. Den Enterprise-Plan verhandelt Replit individuell, er ergänzt die Anmeldung über das Firmenkonto (SSO/SAML), erweiterte Datenschutzkontrollen, eigene Umgebungen ohne geteilte Infrastruktur, eine direkte Netzverbindung ins eigene Cloud-Netz (VPC-Peering) und feste ausgehende IP-Adressen.

Der eigentliche Kostentreiber sind die Credits. Replit rechnet den Agenten aufwandsbasiert ab, der Preis einer Aufgabe richtet sich also nach der Arbeit, die tatsächlich anfällt, und steht erst nach dem Durchlauf fest. Auch eine reine Textauskunft im Planungsmodus kostet Credits, kleine Anfragen weniger. Ungenutzte Credits nimmt der Pro-Plan in den Folgemonat mit.

Ausgabenwarnungen und ein Budgetlimit gehören zur Plattform, richte beides vor dem ersten größeren Projekt ein. Alle genannten Beträge sind Nettopreise, laut Preisseite kommen je nach Standort Steuern hinzu, für Kunden in Deutschland die Umsatzsteuer.

Für wen ist Replit geeignet?

  • Fachabteilungen ohne eigene Entwicklung: Wer ein Formular, eine Auswertung oder ein kleines internes Werkzeug braucht und dafür keine IT-Kapazität bekommt, baut das in Replit selbst. Der Betrieb hängt danach allerdings an der Plattform.
  • Teams, die eine Idee vor der Investitionsentscheidung prüfen: Ein Prototyp mit funktionierender Datenbank steht in Stunden unter einer eigenen Adresse und geht so direkt an Kollegen oder Kunden. Ob daraus die Produktionsversion wird, bleibt eine getrennte Entscheidung.
  • Agenturen und Selbstständige mit Kundenprojekten ohne Personenbezug: Für Landingpages, Rechner oder Terminwerkzeuge reicht die Plattform, und veröffentlichte Projekte laufen in der Region Europa. Bei Mandanten- oder Patientendaten ist sie der falsche Ort.

DSGVO und Datenschutz

Replit ist ein US-Unternehmen mit Sitz in Foster City, Kalifornien, und die Plattform gibt es nur als Cloud-Dienst. Einen Betrieb auf eigenen Servern sieht Replit nicht vor.

Ein veröffentlichtes Projekt läuft auf Wunsch in der Region Europa (EU), wo Rechenleistung, Datenbank und Objektspeicher zusammenliegen. Diese Wahl steht Core, Pro und Enterprise offen, sie gilt je Projekt und bleibt danach fest. Die Entwicklungsumgebung bleibt davon unberührt und läuft samt Agent und Quellcode weiterhin in Nordamerika.

Für die KI-Antworten leitet Replit deine Eingaben an OpenAI, Anthropic, Google und OpenRouter weiter. Bei den bezahlten Zugängen zu diesen Modellen ist das Training mit deinen Eingaben abgeschaltet. Bei den kostenlosen Zugängen über OpenRouter dürfen die Anbieter deine Eingaben zum Training nutzen und in öffentliche Datensätze aufnehmen. Enterprise-Organisationen bekommen ausschließlich Zugänge ohne Datenspeicherung, dafür eine kleinere Modellauswahl.

Einen Auftragsverarbeitungsvertrag stellt Replit bereit, er bindet die EU-Standardvertragsklauseln ein und verweist für die Unterauftragsverarbeiter auf eine gesonderte Liste. Für Anwendungen ohne personenbezogene Daten, also interne Rechner, Prototypen oder öffentliche Seiten, ist Replit damit vertretbar. Sobald Personendaten im Spiel sind, spricht die Entwicklungsumgebung in Nordamerika dagegen, und daran ändert auch ein Enterprise-Vertrag nichts. Wir stufen Replit deshalb weiterhin als nicht DSGVO-konform ein.

Alternativen zu Replit

  • bolt.new: bolt.new arbeitet nach dem gleichen Prinzip mit Schwerpunkt auf Web-Apps. Mit Bolt Cloud gehören Datenbank, Benutzerverwaltung und Betrieb inzwischen ebenfalls zum Produkt, die Modellwahl nimmt bolt.new dir dagegen ab.
  • Lovable: Lovable erzeugt Web-Anwendungen aus dem Chat samt eigenem Backend und hat die Sicherheitszertifikate ISO 27001 und SOC 2 Type 2, dazu einen wählbaren Serverstandort in Europa. Für datenschutzsensible Projekte ist Lovable die bessere Wahl, dafür zielt es stärker auf Einsteiger ohne Programmierkenntnisse.
  • Cursor: Cursor passt zu Teams, die den Code lokal behalten und selbst über Werkzeuge und Ziel-Infrastruktur bestimmen.

Wofür Replit taugt

  • Ohne lokale Installation nutzbar, die Entwicklungsumgebung läuft im Browser
  • Benutzeranmeldung, Datenbank, Objektspeicher, SSL und eigene Domain sind eingebaut
  • Veröffentlichte Projekte laufen auf Wunsch in der Region Europa
  • Agent 4 bearbeitet mehrere Teilaufgaben gleichzeitig, im Pro-Plan bis zu 10

Wo es hakt

  • Entwicklungsumgebung und KI-Agent laufen in Nordamerika
  • Aufwandsbasierte Abrechnung, der Preis einer Agent-Aufgabe steht erst nach dem Durchlauf fest
  • Jede Agent-Antwort kostet Credits, auch wenn dabei kein Code entsteht
  • Die Region einer veröffentlichten App bleibt nach der Wahl fest

Wofür es eingesetzt wird

App-Entwicklung aus natürlicher Sprache · Schnelle Prototypen · Mobile-App-Erstellung · Interne Werkzeuge ohne lokale Installation