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Coding & Dev

bolt.new im Test

bolt.new erzeugt vollständige Web-Anwendungen aus einer Beschreibung im Chat und führt sie über StackBlitz WebContainers direkt im Browser aus. Mit Bolt Cloud gehören Datenbank, Benutzerverwaltung, Dateispeicher, Server-Funktionen und Hosting inzwischen zum Produkt, eine fertige Anwendung geht also ohne weitere Dienstleister online. Die Modellwahl nimmt bolt.new dir ab, du entscheidest nur noch zwischen den Agenten Standard und Max.

4,0 von 5

Stand 3. August 2026

Preismodell Freemium, Kostenlos (1 Mio. Tokens/Monat, 300.000/Tag) / Pro ab rund 21,50 Euro (25 USD)/Monat / Teams rund 25,80 Euro (30 USD)/Mitglied/Monat
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wer eine App-Idee hat, aber nicht selbst entwickelt, muss erst eine lokale Entwicklungsumgebung aufsetzen und sich für einen Baukasten entscheiden. bolt.new nimmt beides ab, weil die komplette Umgebung im Browser läuft und die KI den Code schreibt. Du beschreibst in einem Satz oder Absatz, was deine Anwendung können soll, und bekommst funktionierenden Code mit Live-Vorschau.

Wichtigste Funktionen

  • Full-Stack-Generierung per Prompt: Du beschreibst das Ziel, bolt.new erstellt den vollständigen Code von der Oberfläche bis zur Datenbankanbindung und führt ihn über StackBlitz WebContainers ohne Installation im Browser aus. Nachbessern läuft im selben Chat, du beschreibst die Änderung und siehst das Ergebnis sofort in der Live-Vorschau.
  • Bolt Cloud mit Datenbank und Hosting: Datenbank, Benutzeranmeldung mit Rollen, Dateispeicher, Server-Funktionen, Zugriffsstatistik und Hosting mit eigener Domain gehören zum Produkt. Technisch stecken Netlify und Supabase dahinter, Zahlungen laufen über Stripe.
  • Zwei Agenten, Standard und Max: Standard arbeitet schnell und token-sparsam und reicht für Oberflächen-Änderungen und klar umrissene Aufgaben. Max überlegt länger und ist für große Codebestände und offene Fragestellungen gedacht. Diesen Agenten gibt es nur in den Bezahltarifen. Der alte v1-Agent ist ausgelaufen, ab dem 3. August 2026 stellt bolt.new die verbliebenen Projekte samt Chatverlauf automatisch auf den neuen Agenten um.
  • Sicherheitsprüfung vor dem Veröffentlichen: Ende Juli 2026 hat bolt.new eine Prüfung auf Knopfdruck ergänzt, die Projektcode und Datenbank auf Zugriffsrechte, offen liegende Schlüssel, schwache Anmeldung und ungeprüfte Eingaben durchsieht. Laut StackBlitz behebt bolt.new die meisten Funde selbst, der Rest landet als Aufgabenliste bei dir. Bis zu 30 Prüfungen am Tag sind möglich, und sie gehen nicht vom Token-Kontingent ab.
  • Skills und Design-Systeme: Skills sind wiederverwendbare Anweisungen für wiederkehrende Fälle, etwa für einen festgelegten Satz an Programmiersprachen und Bibliotheken oder für eigene Code-Vorgaben. Du lädst einen Skill aus einem öffentlichen GitHub-Repository oder als Datei, und er greift nur, wenn deine Anfrage zu seiner Beschreibung passt. Design-Systeme wirken dagegen dauerhaft und halten Schrift, Farben und Komponenten über alle Projekte hinweg zusammen.
  • Bolt Slides für Präsentationen: Foliensätze baut bolt.new seit Juli 2026 ebenfalls aus einer Beschreibung, mit Referentenmodus, Notizen und Anmerkungen während des Vortrags. Interaktive Elemente wie Karten oder 3D-Modelle sind möglich, die fertige Präsentation läuft als Webseite mit optionalem Passwortschutz.

Preise und Tarife

Der kostenlose Plan erlaubt 300.000 Tokens pro Tag und höchstens 1 Million pro Monat, dazu Hosting mit 10 GB Datenvolumen und rund 333.000 Aufrufen im Monat. Auf der veröffentlichten Seite steht dann sichtbar ein Bolt-Hinweis. Der Pro-Plan kostet ab rund 21,50 Euro (25 USD) im Monat, umfasst zum Einstieg 10 Millionen Tokens und kennt keine Tagesgrenze. Wer mehr braucht, wechselt innerhalb von Pro in höhere Stufen, die Abrechnungsdokumentation nennt dort rund 43 Euro (50 USD) und rund 86 Euro (100 USD) pro Monat, die höhere davon mit 55 Millionen Tokens. Für Teams verlangt bolt.new rund 25,80 Euro (30 USD) je Mitglied und Monat und ergänzt gemeinsame Projekte, zentrale Abrechnung und Rollenrechte.

Ungenutzte Tokens der Bezahltarife wandern in den Folgemonat und bleiben 2 Monate gültig. Bei Jahreszahlung sinkt der monatliche Einstiegspreis von 25 auf 18 USD, im Jahr also rund 186 Euro (216 USD). Die Preisseite spricht von bis zu 28 % Ersparnis, die Abrechnungsdokumentation nennt weiterhin 10 %, hier widersprechen sich die Angaben des Anbieters. Enterprise-Preise gibt es nur auf Anfrage, dafür mit Anmeldung über Okta oder Azure AD und Betrieb im eigenen AWS- oder Azure-Mandanten. Wie viel du verbrauchst, hängt direkt von der Komplexität deiner Prompts und Änderungen ab.

Für wen ist bolt.new geeignet?

  • Gründer und Produktmanager: Wer eine Idee schnell als klickbaren Prototyp zeigen möchte, ohne eine Agentur oder einen Entwickler beauftragen zu müssen, baut mit bolt.new innerhalb von Stunden eine erste lauffähige Fassung. Anmeldung und Datenbank aus Bolt Cloud gehören dazu, der Prototyp kann also echte Nutzerkonten verwalten.
  • Entwickler für Grundgerüste und Routineaufgaben: bolt.new eignet sich gut als Startpunkt für Standardprojekte. Den generierten Code lädst du als ZIP herunter oder legst daraus ein GitHub-Repository an und arbeitest in deiner gewohnten Umgebung weiter. Im Backend läuft allerdings ausschließlich JavaScript mit Node.js, PHP und Python sind ausgeschlossen.
  • Kleine Unternehmen mit Bedarf an internen Werkzeugen: Ein einfaches Dashboard oder ein Buchungsformular für interne Daten baust du ohne Entwicklerbudget. Für nicht-sensible Daten ist das ein realistischer Ansatz.

DSGVO und Datenschutz

bolt.new ist ein Cloud-Dienst von StackBlitz, einem US-amerikanischen Unternehmen. Dein Code, deine Prompts und die Inhalte in Bolt Cloud werden dort verarbeitet, technisch über Netlify und Supabase. Die Datenschutzerklärung vom 12. Mai 2026 erlaubt StackBlitz, Ein- und Ausgaben der KI in aggregierter, anonymisierter oder pseudonymisierter Form zur Verbesserung der Dienste zu nutzen, je nach Tarif kannst du das einschränken. Für die Übermittlung in die USA stützt sich StackBlitz auf Standardvertragsklauseln. Geschäftskunden bekommen einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und nach der Schließung eines Kontos löscht StackBlitz die Daten binnen 30 Tagen.

bolt.new ist nach SOC 2 Type II geprüft, einen europäischen Verarbeitungsstandort weist StackBlitz für den regulären Betrieb aber nicht aus. Nur der Unternehmenstarif läuft im eigenen AWS- oder Azure-Mandanten. Er ist von der gemeinsamen Infrastruktur abgeschottet und nutzt einen eigenen Modellschlüssel. Sobald deine Anwendung echte Nutzerdaten verarbeitet, solltest du das Projekt exportieren und dort betreiben, wo du den Standort selbst bestimmst.

Der 2024 unter MIT-Lizenz veröffentlichte Quellcode von bolt.new deckt die heutige Plattform nicht ab und wird nicht mehr gepflegt, der letzte Stand ist von Dezember 2024. Forks wie bolt.diy führen ihn mit eigener Modellauswahl weiter und laufen auch lokal.

Alternativen zu bolt.new

  • Cursor: KI-gestützter Code-Editor für Entwickler, die eine vollwertige lokale Entwicklungsumgebung bevorzugen. Mehr Kontrolle über den Code, dafür ist eine lokale Einrichtung nötig.
  • OpenCode: Open-Source-KI-Coding-Agent für das Terminal. Arbeitet direkt in deiner lokalen Entwicklungsumgebung und unterstützt über 75 Modellanbieter, auch lokale Modelle.
  • Lovable: KI-App-Builder mit ähnlichem Ansatz wie bolt.new, stärker auf Nicht-Entwickler und fertige Web-Apps ausgerichtet, aber proprietär und nur als Cloud-Dienst verfügbar. bolt.new hat inzwischen eine Importfunktion für Lovable-Projekte.

Wofür bolt.new taugt

  • Keine lokale Einrichtung nötig, alles läuft im Browser
  • Datenbank, Anmeldung, Dateispeicher und Hosting sind in Bolt Cloud enthalten
  • Sicherheitsprüfung von Code und Datenbank auf Knopfdruck, ohne Token-Verbrauch
  • Unternehmenstarif läuft im eigenen AWS- oder Azure-Mandanten

Wo es hakt

  • Token-Verbrauch bei komplexen Projekten kann schnell hoch werden
  • US-Cloud ohne ausgewiesenen EU-Standort, für personenbezogene Daten ungeeignet
  • Im Backend nur JavaScript und Node.js, kein PHP und kein Python
  • Der quelloffene Code ist der Stand von Dezember 2024, die heutige Plattform kannst du nicht selbst betreiben

Wofür es eingesetzt wird

Prototypen und MVPs schnell bauen · Interne Werkzeuge per Prompt generieren · Full-Stack-Apps ohne lokale Einrichtung erstellen · Interaktive Präsentationen mit Bolt Slides bauen