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Coding & Dev

OpenHands im Test

OpenHands (früher OpenDevin) ist mit über 83.000 Sternen auf GitHub einer der bekanntesten quelloffenen Coding-Agenten. Die Oberfläche heißt inzwischen Agent Canvas und steuert neben dem eigenen Agenten auch Claude Code, Codex und Gemini über das offene Agent-Client-Protokoll. Der Agent schreibt Quelltext, führt Tests aus, behebt Fehler und legt Dokumentation an. Das Modell wählst du selbst.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Quelloffen kostenlos mit eigenem Modell-Schlüssel, Cloud Individual kostenlos mit 10 Gesprächen am Tag, Enterprise auf Anfrage
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, MIT

Ein Coding-Agent auf dem Notebook arbeitet nur so lange, wie das Notebook offen ist. OpenHands trennt deshalb die Bedienoberfläche vom Agenten-Server. Du startest eine Aufgabe am Schreibtisch, während der Agent auf einem eigenen Rechner im Firmennetz weiterläuft, und über Zeitpläne oder eingehende Ereignisse greift er Arbeit aus GitHub, Slack oder Linear von sich aus auf. Version 1.9.0 vom 03.08.2026 installierst du über den Paketmanager npm, als Docker-Container oder als fertige Anwendung für macOS und Windows.

Wichtigste Funktionen

  • Agent Canvas als gemeinsame Oberfläche: Die Oberfläche verbindet sich mit mehreren Agenten-Servern gleichzeitig, etwa einem geteilten Server im Firmennetz für Code-Reviews und einem privaten auf dem eigenen Rechner. Du wechselst zwischen beiden, ohne das Fenster zu verlassen.
  • Fremde Agenten über das Agent-Client-Protokoll: Neben dem eigenen OpenHands-Agenten laufen Claude Code, Codex und Gemini in derselben Oberfläche. Im Team spart das ein eigenes Werkzeug je Agent.
  • Automatisierungen mit Zeitplan und Ereignis: Aufgaben starten nach Uhrzeit oder wenn etwas passiert, etwa ein neuer Fehlerbericht in GitHub. Die Ergebnisse landen dort, wo das Team ohnehin liest, in Slack, Linear oder Notion.
  • Frei wählbares Modell: Du hinterlegst den Schlüssel des Anbieters, dem du vertraust, und tauschst ihn jederzeit gegen einen anderen. Lokale Modelle bindest du genauso ein.
  • Abgeschottete Laufzeitumgebung: Der Agent arbeitet wahlweise in einem Docker-Container, der ihn vom übrigen Dateisystem trennt. Die Anleitung warnt ausdrücklich davor, ohne diese Trennung zu arbeiten, weil der Agent dann auf alle Dateien des Rechners zugreifen kann.
  • Betrieb im Unternehmen: Für den Serverbetrieb liegt ein Helm-Chart bei, also ein fertiges Installationspaket für Kubernetes-Umgebungen. Dazu kommt eine Anleitung für den Betrieb mit API-Schlüssel und einem öffentlichen Modus, der die Oberfläche hinter einer Schlüsselabfrage hält.

Preise und Tarife

Die quelloffene Fassung steht unter MIT-Lizenz und kostet nichts. Auf der eigenen Hardware läuft sie für einen Nutzer, ohne Begrenzung der Gespräche. Kosten entstehen nur für das Modell, und zwar direkt beim Anbieter des Schlüssels, den du hinterlegst. Mit einem lokalen Modell tauschst du die Token-Rechnung gegen Strom und Hardware.

OpenHands Cloud Individual kostet ebenfalls nichts, ist aber auf einen Nutzer und 10 Gespräche am Tag begrenzt. Dafür läuft die Oberfläche gehostet, mit Schnittstellen für eigene Skripte und Anbindungen an Jira und Slack. Entweder bringst du einen eigenen Modell-Schlüssel mit, oder du rechnest nach Verbrauch über den OpenHands-Zugang ab, den der Hersteller nach eigener Angabe ohne Aufschlag zum Einkaufspreis weitergibt.

OpenHands Enterprise nennt keinen Listenpreis und läuft über ein Angebot. Enthalten sind der Betrieb als gehosteter Dienst oder im eigenen abgeschirmten Cloud-Bereich (VPC), unbegrenzt viele Nutzer und parallele Gespräche sowie eine Rechteverwaltung nach Rollen. Dazu kommen SAML für den Anschluss an die zentrale Benutzerverwaltung und damit die einmalige Anmeldung, ein Entwicklerbaukasten (SDK) für große Projekte und ein benannter Kundeningenieur. Sowohl die Verbrauchsabrechnung als auch ein solches Angebot nennen Nettobeträge, zu denen für deutsche Kunden die Umsatzsteuer hinzukommt.

Für wen ist OpenHands geeignet?

  • Entwicklungsteams, die Agenten außerhalb der Notebooks laufen lassen: Ein geteilter Agenten-Server übernimmt Code-Reviews und das Nachziehen eingebundener Programmbibliotheken, während die persönlichen Agenten weiter lokal arbeiten. Beides erscheint in derselben Oberfläche.
  • Firmen mit eigener Server- oder Kubernetes-Umgebung: Helm-Chart, Schlüsselabfrage und Container-Trennung sind vorhanden, und der Quelltext liegt unter MIT-Lizenz offen, sodass die eigene IT-Sicherheit ihn prüfen kann.
  • Wer mehrere Coding-Agenten gegeneinander antreten lassen will: Claude Code, Codex, Gemini und der OpenHands-Agent laufen über dieselbe Oberfläche. Das erlaubt einen Vergleich an echten Aufgaben, ohne je Agent ein eigenes Werkzeug einzurichten.

DSGVO und Datenschutz

Hinter OpenHands steht All Hands AI mit Sitz in Cambridge, Massachusetts. Die Nutzungsbedingungen unterstellen das Vertragsverhältnis dem Recht des Staates Delaware und verweisen Streitfälle an ein Schiedsgericht nach den Regeln der American Arbitration Association. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag veröffentlicht der Anbieter nicht.

Sein Trust Center führt als Unterauftragsverarbeiter die Google Cloud Platform in der Region us-central1, Datadog in US5 und Anthropic. Eine europäische Region steht nicht in dieser Liste. An Nachweisen liegt bislang nur die Beauftragung einer Prüfung vor, kein abgeschlossenes Testat.

Die Datenschutzerklärung behält sich vor, Inhalte und Rückmeldungen aus der Nutzung des Dienstes für das Training der eigenen Modelle zu verwenden. Die Nutzungsbedingungen räumen dem Anbieter dazu ein zeitlich unbegrenztes und unterlizenzierbares Nutzungsrecht an eingebrachten Inhalten ein. Bei einem Agenten, der ganze Projektordner liest, reicht das weit.

Auch die selbst betriebene Fassung meldet sich beim Hersteller. In den fertigen Paketen für npm, Docker, macOS und Windows steckt ein Schlüssel für den Analysedienst PostHog, und das Installationsereignis geht laut Quelltext unabhängig von der Zustimmung hinaus, über den herstellereigenen Zwischenserver z.openhands.dev. Ein Kommentar dort beschreibt diesen Server ausdrücklich als Weg an Werbeblockern vorbei. Die Meldung enthält Betriebssystem, Browserkennung und eine Zufallskennung, keine Projektinhalte.

Abschalten kannst du das vollständig über die Variable VITE_DO_NOT_TRACK oder die Do-Not-Track-Einstellung des Browsers. Die Aktualisierungsprüfung fragt bei der npm-Registry nach, und die eingebaute Websuche über Tavily bleibt ohne eigenen Schlüssel aus.

Auf eigener Hardware mit einem lokalen Modell und abgeschalteter Telemetrie läuft der Agent ohne Verbindung zu einem Cloud-Anbieter. Das Abzeichen für DSGVO-Konformität bekommt der Eintrag trotzdem nicht, weil der Hersteller US-Recht zugrunde legt, keinen Auftragsverarbeitungsvertrag zeigt und seine Cloud ohne europäischen Rechenort betreibt. Für Quelltext mit personenbezogenen Daten kommt deshalb nur der Selbstbetrieb in Frage, und die Abschaltung der Telemetrie gehört in die Installationsanleitung.

Alternativen zu OpenHands

  • Claude Code: Anthropics eigener Agent für die Kommandozeile, stark bei mehrstufigen Aufgaben und ohne Einrichtungsaufwand nutzbar. Selbst betreiben kannst du ihn nicht, und die Modellwahl ist auf Anthropic festgelegt.
  • OpenCode: Quelloffener Kommandozeilen-Agent mit breiter Modellauswahl und Anbindung an die Sprachserver der Entwicklungsumgebung. Er ist schneller eingerichtet als OpenHands, hat aber weder Automatisierungen noch eine gemeinsame Oberfläche für mehrere Server.
  • Mistral Vibe: Mistral aus Paris hat seinen Coding-Agenten für die Kommandozeile ebenfalls quelloffen veröffentlicht, mit Unteragenten und Unterstützung für lokale Modelle. Für einen europäischen Vertragspartner ist das der kürzere Weg.

Wofür OpenHands taugt

  • MIT-Lizenz, quelloffen und ohne Einschränkung kommerziell nutzbar
  • Steuert neben dem eigenen Agenten auch Claude Code, Codex und Gemini
  • Agenten laufen auf getrennten Servern weiter, auch wenn das Notebook geschlossen ist
  • Automatisierungen nach Zeitplan oder Ereignis, mit Slack- und GitHub-Anbindung

Wo es hakt

  • Telemetrie ab Werk aktiv, das Installationsereignis geht ohne Zustimmung an den Hersteller
  • US-Anbieter ohne Auftragsverarbeitungsvertrag, Cloud-Rechenzentren nur außerhalb Europas
  • Agent Canvas hat beim Hersteller weiterhin das Kennzeichen Beta

Wofür es eingesetzt wird

Coding-Agenten auf eigenen Servern betreiben · Wiederkehrende Aufgaben nach Zeitplan erledigen lassen · Fehlerberichte aus GitHub automatisch aufgreifen · Claude Code, Codex und Gemini über eine Oberfläche steuern