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Verda: KI-Tool Test & Bewertung

4.0
Hosting & Cloud Kostenpflichtig Auf Abruf pro GPU-Stunde, H100 ab 2,80 Euro (3,25 US-Dollar), H200 ab 3,44 Euro, B200 ab 5,25 Euro. Spot-Kapazität rund 35 %, reservierte Kapazität bis 25 % günstiger Cloud DSGVO-konform

Verda ist eine finnische GPU-Cloud, die im November 2025 aus DataCrunch hervorgegangen ist. Aus 3 Rechenzentren in Helsinki vermietet Verda 13 NVIDIA-Kartentypen stundenweise, von der älteren Tesla V100 bis zur GB300 aus der Blackwell-Ultra-Reihe. Neben klassischen GPU-Instanzen gibt es Container, die bei Leerlauf auf null herunterskalieren, und vertraulich rechnende Instanzen mit verschlüsseltem GPU-Speicher.

Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026

Wer ein Sprachmodell selbst betreiben will, braucht GPU-Rechenzeit, und Anbieter wie CoreWeave oder Lambda liefern sie aus den USA. Die Hardware von Verda steht in Helsinki. Hinter dem Markennamen steckt die finnische DataCrunch Oy, gegründet 2020, seit November 2025 unter dem Namen Verda und weiterhin von ihren Gründern geführt. Im April 2026 hat das Unternehmen 100 Mio. Euro (117 Mio. US-Dollar) eingesammelt, im Juli 2026 kam ein Darlehen der Nordischen Investitionsbank über 22 Mio. Euro dazu, zweckgebunden für GPUs, Netzwerk und Speicher.

Wichtigste Funktionen

  • 13 Kartentypen auf Abruf: Von der Tesla V100 für kleine Aufgaben über H100 und H200 bis zur GB300 mit 288 GB Speicher stehen 13 NVIDIA-Modelle stundenweise bereit, jeweils in Konfigurationen mit 1-8 Karten. Ein Modell mit 70 Mrd. Parametern läuft auf einer einzelnen H200, für die großen Open-Weight-Modelle brauchen Sie den 8er-Verbund.
  • Spot-Kapazität zu rund einem Drittel: Unterbrechbare Instanzen kosten etwa 35 % des Listenpreises, eine H100 also 0,98 statt 2,80 Euro pro Stunde. Für Trainingsläufe mit regelmäßiger Zwischenspeicherung und für Stapelverarbeitung über Nacht senkt das die Rechnung um rund zwei Drittel. Als produktiver Endpunkt taugt Spot-Kapazität nicht, weil Verda die Instanz jederzeit zurückholen kann.
  • Container mit Skalierung auf null: Serverless Containers holt Ihr eigenes Container-Abbild aus einer beliebigen Registry, also aus jedem gängigen Ablageort für solche Abbilder, startet es auf GPU-Hardware und fährt es bei Leerlauf komplett herunter. Verda rechnet je laufender Kopie in 10-Minuten-Schritten ab, sodass ein selten genutzter Endpunkt nachts keine Kosten erzeugt.
  • Vertrauliches Rechnen: Auf der RTX PRO 6000 verschlüsselt Verda den GPU-Speicher, prüft beim Hochfahren die gesamte Software-Kette des Servers und liefert darüber einen signierten Nachweis. Bei Gesundheitsdaten und bei den technischen Schutzmaßnahmen nach Artikel 32 DSGVO hilft, dass Modellgewichte und Eingaben auch während der Verarbeitung verschlüsselt bleiben. Der Zugang läuft über ein Anfrageformular, für B200 und B300 ist die Funktion angekündigt.
  • 3 Rechenzentren in Helsinki: Die Standorte FIN-01, FIN-02 und FIN-03 laufen mit Wasserkraft und Windstrom. Ihr PUE-Wert von 1,2-1,3 bedeutet 20-30 % Zusatzverbrauch für Kühlung und Technik neben der reinen Rechenleistung. Das kalte Klima im Norden hält diesen Aufwand niedrig.
  • Cluster ohne Angebotsprozess: Instant Clusters koppelt mehrere Knoten über InfiniBand, ein sehr schnelles Verbindungsnetz zwischen Servern, und Sie buchen das ohne Vertriebsgespräch selbst. Bare-Metal-Server, also ganze Maschinen ohne Virtualisierung, gibt es auf Anfrage, Objektspeicher kündigt Verda an.

Preise und Tarife

Verda rechnet auf Abruf pro GPU-Stunde ab, ohne Mindestbindung. Die Listenpreise stehen offen auf der Preisseite, geführt in US-Dollar und auf Euro umstellbar. Umgerechnet kostet eine H100 SXM5 mit 80 GB 2,80 Euro (3,25 US-Dollar) pro Stunde, eine H200 mit 141 GB 3,44 Euro und eine B200 5,25 Euro. Nach oben schließen die B300 mit 6,45 Euro und die GB300 mit 7,41 Euro an, nach unten reicht der Katalog bis zur betagten Tesla V100 für 15 Cent.

Unterbrechbare Spot-Kapazität kostet rund 35 % davon, bei der H100 also 0,98 Euro. Reservierte Kapazität senkt den Satz um 2 % bei einem Monat Laufzeit, um 8 % bei einem Jahr und um 25 % bei 2 Jahren. Speicher kostet 0,17 Euro je GiB und Monat, also rund 172 Euro pro Terabyte.

Die Container-Variante liegt leicht über den Instanzpreisen, dort steht die H100 bei 3,07 Euro pro Stunde. Sämtliche Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt hinzu, und weil die Liste in US-Dollar geführt wird, verschiebt der Wechselkurs die Euro-Summe von Monat zu Monat.

Für wen ist Verda geeignet?

  • Unternehmen, die ein Open-Weight-Modell selbst betreiben: Wer ein Modell wie GLM, Qwen oder Llama unter eigener Kontrolle laufen lassen will und dafür mehr als einen einzelnen Server braucht, bekommt hier aktuelle Karten in Finnland. Ein 8er-Verbund H200 trägt auch die großen Modelle.
  • Entwicklungsteams, die Modelle trainieren und feinjustieren: Für einzelne Trainingsläufe zählt der Spot-Preis, unterbrechbar kostet eine H100 0,98 Euro pro Stunde. Bei regelmäßiger Zwischenspeicherung bleibt es bei einem Bruchteil der Listenkosten.
  • Kanzleien, Kliniken und Behörden mit technischem Team: Das vertrauliche Rechnen auf der RTX PRO 6000 hält Eingaben und Modellgewichte auch im Arbeitsspeicher verschlüsselt. Eine gewöhnliche Cloud-Instanz erreicht dieses Schutzniveau nicht. Bei Mandanten- und Patientendaten ist das der Grund, hier statt bei einem US-Anbieter zu buchen.

DSGVO und Datenschutz

Die Betriebsdokumentation der finnischen DataCrunch Oy, zuletzt am 04.08.2026 geändert, führt 3 Rechenzentren, alle in Helsinki, und nennt keinen Standort außerhalb Finnlands. Der Auftragsverarbeitungsvertrag steckt als Abschnitt 10 in den Nutzungsbedingungen und ist ohne Konto und ohne Anfrageformular abrufbar, die Liste der weiteren Auftragsverarbeiter liegt offen im Trust Center. Der Vertrag verpflichtet Verda darauf, personenbezogene Daten vorrangig im Europäischen Wirtschaftsraum zu verarbeiten, und erlaubt eine Verarbeitung außerhalb nur mit Standardvertragsklauseln und Ihrer Zustimmung. Das Wort "vorrangig" ist schwächer als eine feste Bindung an den EWR, wie sie etwa STACKIT vertraglich zusagt.

Datenschutzverletzungen meldet Verda binnen 48 Stunden. SOC 2 Type II, einen Prüfbericht über die Sicherheitsprozesse eines Anbieters, weist das Unternehmen als abgeschlossen aus, seine Rechenzentren beschreibt es als ISO-27001-zertifiziert. Ein eigenes ISO-27001-Zertifikat für Verda folgt daraus nicht.

Verda vermietet reine GPU-Rechenzeit, deshalb bestimmen Sie selbst, welches Modell läuft und was es verarbeitet. Für den Eigenbetrieb von Modellen nach der DSGVO ist das eine belastbare Grundlage, solange die angekündigte Ausweitung nach Großbritannien und in die USA die Standortlage nicht verändert.

Alternativen zu Verda

  • Hetzner: Deutscher Anbieter mit deutlich günstigeren GPU-Servern im Monatsvertrag, das Kartenangebot reicht aber nicht an die Blackwell-Generation heran.
  • Scaleway: Französischer Anbieter mit GPU-Instanzen und zusätzlich einer fertigen Schnittstelle für Modellanfragen. Das passt, wenn Sie Anfragen einfach an einen laufenden Endpunkt schicken wollen.
  • STACKIT: Cloud der Schwarz-Gruppe mit GPU-Servern in Deutschland und Österreich. Der Auftragsverarbeitungsvertrag bindet die Verarbeitung fest an den EWR, dafür ist die Kartenauswahl kleiner.

Vorteile

  • 3 Rechenzentren in Helsinki, dokumentierter Standort in der EU, Wasserkraft und Windstrom
  • 13 NVIDIA-Kartentypen von der V100 bis zur GB300, wahlweise 1-8 Karten je Instanz
  • Auftragsverarbeitungsvertrag ohne Anmeldung als Teil der Nutzungsbedingungen abrufbar
  • Vertrauliches Rechnen mit verschlüsseltem GPU-Speicher und signiertem Nachweis

Nachteile

  • Keine fertige Modell-API, das Modell muss selbst aufgesetzt werden
  • Betrieb komplett in Eigenregie, Grundwissen in Servern und Docker nötig
  • Keine Verfügbarkeitszusage, die Nutzungsbedingungen schließen sie ausdrücklich aus
  • Markteintritt in Großbritannien und den USA angekündigt, künftige Standorte außerhalb des EWR sind damit offen

Anwendungsgebiete

Open-Source-Sprachmodelle auf eigener GPU betreibenModelle auf Spot-Kapazität trainieren und feinjustierenGPU-Rechenzeit ohne Mindestbindung mietenVertrauliche Verarbeitung mit verschlüsseltem GPU-Speicher